Lohnt sich für Sie der Abschluß einer Sterbegeldversicherung?
Auf den ersten Blick scheint es eine sinnvolle Sache zu sein. Nachdem es seit 2004 von staatlicher Seite kein Sterbegeld mehr gibt, haben gerade ältere Verbraucher Angst, im Fall der Fälle Ihren Angehörigen zur Last zu fallen. Denn eine Beerdigung kostet rund 5.000,- €. Und nicht jeder hat dieses Geld im Notfall sofort verfügbar.
Doch auf den zweiten Blick entpuppt sich die Sterbegeldversicherung als eine Kapitallebensversicherung, die auf den Tod hin berechnet wird. Der Beitrag richtet sich dabei nach dem Eintrittsalter, dem Geschlecht und der Höhe der Versicherungssumme. Diese liegt in der Regel zwischen 2.500,- und 10.000,- €.
Dabei werden die Beiträge meist bis zu einem bestimmten Endalter, in der Regel bis zum 85. Lebensjahr, oder für eine bestimmte Laufzeit, 20 oder 25 Jahre, gezahlt. Der Vertrag bleibt bis zum Tod bestehen. Er endet mit der Auszahlung der Versicherungssumme.
Je später der Verbraucher die Sterbegeldversicherung abschließt, umso höher ist der Beitrag. Auf die sonst üblichen Gesundheitsfragen wird hier verzichtet. Dafür gibt es aber sogenannte Wartezeiten, die je nach Anbieter zwischen 6 Monaten und 4 Jahren liegen.
Das bedeutet, versterben Sie noch während der Wartezeit, zahlt die Gesellschaft nur die eingezahlten Beiträge zurück, und das abzüglich der Kosten.
Denn wie gesagt, es handelt sich hierbei um eine Kapitallebensversicherung. D.h. die Gesellschaft zieht von Ihrem monatlichen Beitrag zuerst einmal die Abschluß- und Verwaltungskosten ab. Zusätzlich wird das hohe Risiko (keine Gesundheitsfragen) einkalkuliert.
Nur der Rest Ihres Beitrages wird mit derzeit 2,25 % verzinst. Doch damit können Sie nicht einmal die Inflation ausgleichen. Denn auch die Bestattungskosten werden in den nächsten 20, 25 Jahren steigen.
Außerdem sind die Kosten bei jedem Anbieter unterschiedlich und für Sie nicht nachvollziehbar. Bei Abschluß einer solchen Police wissen Sie nicht, wieviel von Ihrem Beitrag tatsächlich für Sie angelegt wird. Das ist typisch für die Kapitallebensversicherung. Die Kosten werden verschleiert.
Es gibt zwar jede Menge Möglichkeiten im Internet, Sterbegeldversicherungen zu vergleichen, um den besten Anbieter zu finden.
Doch lohnt sich so ein Vergleich bei einem an sich “sinnlosen” Produkt?
Vielleicht haben Sie sich schon ein Angebot machen lassen. Dann rechnen Sie doch einfach mal den monatlichen Beitrag über die gesamte Laufzeit hoch und vergleichen Sie diese Summe mit der garantierten Versicherungssumme. Dann werden Sie sehen, daß Sie warscheinlich sehr viel mehr einzahlen, als Sie im Todesfall ausgezahlt bekommen.
Ist das vielleicht ein gutes Geschäft für Sie? Sicher nicht. Eher für die Versicherungsgesellschaft und deren Vertreter.
Rein rechnerisch lohnt sich eine Sterbegeldversicherung für den Verbraucher nur, wenn dieser kurz nach Ablauf der Wartefrist verstirbt. Denn dann hat er noch nicht so viel eingezahlt und bekommt trotzdem die versicherte Todesfallsumme.
Angenommen, Sie schließen eine Sterbegeldversicherung mit dem 65. Lebensjahr ab, müssen 20 Jahre lang einzahlen und haben eine Wartefrist von 1 Jahr.
Nach 1 Jahr und 2 Monaten versterben Sie. Dann steht Ihnen die volle Todesfallsumme zu, obwohl Sie erst wenig eingezahlt haben. Das ist das Risiko der Versicherungsgesellschaft.
In diesem Fall würde sich die Sterbegeldversicherung lohnen, denn so schnell könnten Sie das Geld alternativ nicht ansparen.
Doch wer weiß schon vorher, wann der Ernstfall eintritt. Zahlen Sie die vollen 20 Jahre ein, wird es für Sie ein Verlustgeschäft.
Verbraucherschützer und der Bund der Versicherten warnen schon lange vor dieser teuren Vorsorge, denn es gibt wesentlich bessere Alternativen.
















Am 28. August 2008 um 16:48 Uhr
Schöner Blog. Hab ihn gerade zu meinen Lesezeichen und bei Mr.Wong angelegt. Tolle Beiträge weiter so!