Fondspolice ist nicht gleich Fondspolice!
Haben Sie schon einmal eine fondsgebundene Lebensversicherung ( Fondspolice) von Ihrem Vermittler angeboten bekommen? Wenn nicht, dann schade für Sie.
Denn eine Fondspolice sollte ein wichtiger Baustein für Ihre persönliche Altersvorsorge sein. Damit haben Sie die Möglichkeit, Ihr Geld auf verschiedene Fonds aufzuteilen, auch wenn Ihre monatliche Rate nur 25,- oder 50,- € beträgt.
So eine Fondspolice ist vom Aufbau her bei allen Anbietern mehr oder weniger gleich. Wenn sie richtig eingesetzt wird, kann sie aufgrund enormer Vorteile ein wesentlich besseres Ergebnis bringen, als ein reiner Fondsparplan. Und das trotz der Kosten.
Maßgebend dafür ist auf jeden Fall die Fondsauswahl.
Ideal wäre es, wenn Sie innerhalb der Police verschiedene Fonds von unterschiedlichen (unabhängigen) Fondsgesellschaften zur Auswahl haben und nicht nur auf die hauseigenen Fonds der jeweiligen Gesellschaft zurückgreifen müssen.
Hat die Police nur einen oder zwei Fonds zur Auswahl, dann erreichen Sie damit nicht die erforderliche Streuung, um die Risiken zu minimieren.
Zur Veranschaulichung:
Der Mensch hat 2 Beine, verliert er 1 Bein, kann er nicht mehr laufen.
Ein Tausendfüssler hat dem Namen nach 1000 Füße, verliert er 10 davon, wird er das kaum merken.
Das heißt:
Haben Sie nur 2 Fonds zur Auswahl und einer davon läuft nicht gut, ist die Chance relativ gering, daß der zweite Fonds überdurchschnittlich gut läuft.
Andererseits ist die Chance wesentlich höher, ein paar langfristig gute Fonds dabei zu haben, wenn Sie 20 oder sogar 50 Fonds zur Auswahl haben.
So wird das Risiko wesentlich geringer.
Falls die einmal festgelegten Fonds nach ein paar Jahren doch nicht die gewünschte Rendite erreichen, sollten kostenlose Umschichtungen in andere Fonds (Switchen oder Shiften) möglich sein.
Eine gute Fondspolice enthält außerdem ein sogenanntes Ablaufmanagement. D.h. die Gesellschaft informiert Sie schon einige Jahre vor Ablauf über die Möglichkeiten, Ihr Geld zu sichern. Dazu wird ein bestimmter Betrag aus den Aktienfonds in z.B. Rentenfonds kostenlos umgeschichtet. Das geschieht meist über die letzten 5 Jahre.
Sehr gute Policen bieten ein solches Ablaufmanagement schon wesentlich früher an. Bei manchen Gesellschaften können Sie als Kunde schon nach der Hälfte der Laufzeit entscheiden, ob und wieviel Sie von Ihren bisherigen Anteilen umschichten und damit vor einem Kurseinbruch sichern.
So eine Fondspolice sollte Sie ein Leben lang begleiten.
Denn wenn Sie mit dem 65.Lebensjahr Ihre Fondsanteile in Form von Geld ausgezahlt und auf Ihr Konto überwiesen bekommen, fangen Sie ja wieder an zu suchen, wo Sie dieses Geld weiter anlegen können. Meist fallen dann auch wieder Gebühren an.
Wesentlich günstiger ist es natürlich, wenn Sie mit 65 Jahren die Einzahlung in Ihre Police stoppen, die Anteile aber trotzdem weiterarbeiten. So fallen keine erneuten Gebühren an. Sie vereinbaren mit der Gesellschaft monatliche oder vierteljährliche Entnahmen auf Ihr Konto und der Rest Ihres Kapitals wächst weiter.
Es gibt Gesellschaften, die eine Laufzeit bis zum 85. Lebensjahr oder sogar bis zum 100. Lebensjahr anbieten. Versterben Sie hier mit z.B. 70 Jahren, dann bekommen Ihre Hinterbliebenen das restliche Kapital. Dieses Geld geht nicht an die Versicherungsgesellschaft, denn es gehörte ja von Anfang an Ihnen.
Und zum Schluß noch ein Hinweis:
Nicht überall, wo Fondspolice draufsteht, ist auch wirklich eine Fondspolice drin!
Es gibt auch Fondspolicen, bei denen nur die erwirtschafteten Überschüsse in Fonds angelegt werden. Das sind eigentlich keine Fondspolicen. Denn Ihr Beitrag kommt, wie bei einer Kapitallebensversicherung, in eine “Black Box”. Die Gesellschaft investiert Ihr Geld und erwirtschaftet dabei ein paar Überschüsse. Nur diese werden in Fonds angelegt.
Was meinen Sie, ist sinnvoller?
Von 1,- € Beitrag abzüglich Kosten und Risikoabsicherung 70 Cent in Fonds zu investieren, oder
von 70 Cent Beitrag die daraus entstehenden Überschüsse in Höhe von ca. 5 -10 Cent in Fonds zu investieren.
Wie immer steht das meist im Kleingedruckten und ist somit für Sie als Laien nicht auf den ersten Blick erkennbar. Also Augen auf , bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.
Fallen Sie nicht auf solche Mogelpackungen rein!
















Am 23. Januar 2009 um 14:03 Uhr
Naja - es kommt wohl in erster Linie darauf an, wie die Fondspolice investiert. Ob zum Beipiel die Fonds selbst gewählt werden können. Ist das der Fall, dann ist für die Höhe des Ablaufergebnises fast ausschließlich die Fähigkeit des Anlegers entscheidend. Wer die Investmentfondsauswahl lieber Profis überlässt und nicht scheut für diesen Service auch ein wenig mehr Kosten zu haben, für den könnte der DWS Vermögenssparplan Premium interssant sein. Mehr dazu auf http://www.vermoegenssparplan-premium.de/
Am 27. Januar 2009 um 15:38 Uhr
Hallo Oliver,
Du hast natürlich Recht, dass das Anlageergebnis stark davon abhängt, welche Fonds der Anleger ausgewählt hat. Das setzt natürlich voraus, dass sich der Anleger selbst gut auskennt und bei seiner Fondsauswahl auf breit gestreute und langfristig bewährte Fonds zurück greift. Allerdings hat er auch damit noch keine Garantie, dass die von ihm ausgesuchten Fonds auch zukünftig gute Erträge erwirtschaften. Diese Garantie hat er jedoch auch nicht, wenn er die Fondsauswahl den Profis überläßt.