Die klassische private Rentenversicherung - ein Leben lang abgesichert?
Wenn es um die private Altersvorsorge geht, dann steht ein Produkt in der Gunst der Deutschen ziemlich weit oben - die klassische private Rentenversicherung.
Sie gehört zu den beliebtesten Vorsorgeprodukten, für viele Bürger ist sie sogar die Basis bei der Vorsorge für das Alter. Kein Wunder, wird sie doch von den vielen Versicherungsvertretern als pflegeleichtes Rundum-Sorglos-Paket angeboten:
- keine aufwändige Gesundheitsprüfung, wie bei der Lebensversicherung,
- der Anleger muß sich nicht um die Kapitalanlage kümmern,
- im Ruhestand berechnet die Versicherungsgesellschaft die Rente automatisch und kümmert sich auch um die weitere Anlage der Gelder,
- und vor allem bietet sie eine lebenslange Absicherung.
Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie dieses Produkt funktioniert? Die Gesellschaften wissen doch bei Abschluß einer Rentenpolice gar nicht, wie lange jemand lebt.
Wird der Versicherte nur 70 Jahre, muß die Gesellschaft nicht lange zahlen. Wird er hingegen 90 Jahre, zahlt die Gesellschaft die Rente 25 Jahre lang.
Kann Sie das auch zahlen?
Eine klassische private Rentenversicherung sammelt die Beiträge aller Versicherten ein und legt diese auf separaten Versicherungskonten an. Im Gegensatz zur Lebensversicherung gibt es hier keine Todesfallabsicherung.
D.h. wenn Sie während der Laufzeit versterben, gibt’s nur die eingezahlten Beiträge zurück. Versterben Sie nach Rentenbeginn, also nach dem 65. Lebensjahr, dann haben Sie bei Antragstellung die Wahl, ob
- Sie eine etwas höhere Rente wählen, dafür aber keine Hinterbliebenen-Absicherung. D.h. wenn Sie mit 70 Jahren versterben, freut sich die Versicherungsgesellschaft, denn sie kann Ihr restliches Guthaben behalten.
- oder Sie wählen eine etwas niedrigere Rente und dafür eine Absicherung für Ihre Hinterbliebenen. Das macht man i.d.R. mit einer Rentengarantiezeit.
Vereinbaren Sie z.B. eine Rentengarantiezeit von 5 Jahren ab dem 65. Lebensjahr und Sie versterben mit 66 Jahren, dann erhalten Ihre Angehörigen noch 4 Jahre die Rente weiter. Dann ist Schluß.
Sterben Sie mit 71 Jahren, dann ist das Geld weg. Die Gesellschaft behält es.
Sie sehen, wenn Sie früh versterben, dann haben Sie mit einer klassischen privaten Rentenversicherung ein äußerst schlechtes Geschäft gemacht.
Die monatliche Rente wird auf Grundlage der durchschnittlichen Lebenserwartung der Versicherten kalkuliert. Steigt die Lebenserwartung - und das ist der Fall - dann heißt das für die Versicherungsgesellschaft, sie muß dem Kunden länger Rente zahlen. Deswegen muß die Gesellschaft die steigende Lebenserwartung mit einkalkulieren und wird so die monatlichen Renten geringer ansetzen. Damit schrumpft Ihre ohnehin schon magere Rendite bei der klassischen Rentenpolice.
Außerdem wissen Sie als Anleger auch nicht, wo die Gesellschaft Ihr Geld investiert und wieviel Ertrag sie damit erwirtschaftet. Garantiert sind Ihnen hier auch nur die derzeit 2,25 %. und diesen Garantiezins erhalten Sie auch nur auf den Anteil vom Beitrag, der angelegt wird. Auch eine Rentenpolice kostet Gebühren für den Abschluß (Provision für den Vertreter) und für die laufende Verwaltung.
Fazit:
Eine klassische private Rentenversicherung gehört zu den sogenannten Geldwerten und ist somit nicht vor der Inflation geschützt. Die Rendite reicht nicht aus, um die Inflation auszugleichen.
Sie ist unflexibel und undurchsichtig, denn Sie wissen nicht, was mit Ihrem Geld passiert.
Außerdem ist sie eine Wette auf ein langes Leben. Für Sie lohnt sich die Rentenpolice nur, wenn Sie wissen, daß Sie sehr alt werden.
Doch wer weiß das schon!
















Am 31. März 2008 um 01:05 Uhr
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