Schulden zukünftig vermeiden

 

Nichts ist heuzutage einfacher, als Schulden zu machen. Denn es gibt fast alles auf "Pump". Doch wer schon einmal in der Schuldenfalle steckte, weiß, wie schwer es ist, aus eigener Kraft da wieder herauszukommen.

Besser ist es, zukünftig Schulden so gut es geht zu vermeiden. Das gilt besonders für Konsumschulden. Ein neuer Fernseher oder auch ein toller Urlaub auf Raten - das ist eben alles möglich. Doch der Urlaub ist in 2 Wochen Geschichte. Es bleiben nur die schönen Erinnerungen. Den Kredit dafür zahlen Sie vielleicht noch 2 Jahre lang ab. Wovon wollen Sie dann den nächsten Urlaub bezahlen? Was glauben Sie, kann in den 2 Jahren alles passieren? Verlieren Sie Ihren Arbeitsplatz, führt das zu einem geringeren Einkommen, von dem Sie dann die Raten nicht mehr zahlen können. Hätten Sie sich das Geld für den Urlaub vorher selbst angespart, dann hätten Sie kein Problem.

 

Eine Budgetplanung rechnet sich für private Haushalte immer.  Auch dann, wenn Sie nicht jeden Euro zweimal umdrehen müssen, sondern das Geld reicht. Wenn Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben regelmäßig erfassen und überprüfen, erkennen Sie sofort, wo Ihr Geld ohne erkennbaren Nutzen verplempert wird und Sie können sofort gegensteuern. Andererseits sehen Sie aber auch, wieviel Geld monatlich noch übrig bleibt.

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Suchen Sie sich eine passende Geldanlage (z.B. ein Tagegeldkonto) und fangen Sie an, für größere Wünsche zu sparen. Auch wenn es sicher etwas länger dauern wird, bis Sie den gewünschten Betrag zusammengespart haben, so ist es ganz sicher ein tolles Gefühl, sich den einen oder anderen Wunsch aus eigener Kraft erfüllen zu können, ohne dafür das Risiko eines Kredites in Kauf nehmen zu müssen.

 

Mit den folgenden Tipps werden Sie Schulden zukünftig vermeiden.

 

1. Führen Sie einen Finanzplan, d.h. erfassen Sie alle Einnahmen und Ausgaben, damit haben Sie stets einen aktuellen Überblick, wo Ihr Geld eigentlich bleibt. Seien Sie ehrlich dabei und notieren Sie wirklich alle Ausgaben. Nur so können Sie unnötige Ausgaben aufdecken.

Einfach gut mit seinem Geld auskommen

2. Gehen Sie bewußt einkaufen, d.h. stets mit einem Einkaufszettel und kaufen Sie nicht mehr, als draufsteht. Kontrollieren Sie nach Ihrem Einkauf noch im Geschäft den Kassenzettel.
Kaufen Sie bestimmte Dinge antizyklisch, d.h. Sommerprodukte im Winter und umgekehrt.
Vermeiden Sie Spontankäufe bzw. sogenannte Frustkäufe, denken Sie stets noch einmal in Ruhe nach, ob diese Ausgabe jetzt wirklich wichtig ist. Können Sie sich dieses Produkt jetzt wirklich leisten?
Achten Sie auf die vielen kleinen Ausgaben, Kleinvieh macht auch Mist. Schnell läppert sich ein Hunderter zusammen.
Fragen Sie nach Rabatte. Wer nicht fragt, bekommt auch keinen.

3. Nehmen Sie sich die Zeit zum Preisvergleich und nutzen Sie Sonderangebote. Dafür bietet das Internet die besten Möglichkeiten. Kaufen Sie jedoch nichts, nur weil es im Angebot ist.

Vergleichen Sie auch sogenannte Schnäppchen. Nicht immer muss ein Schnäppchen wirklich preiswert sein.

4. Verträge mit langen Laufzeiten sollten gut überlegt sein. Muss der Vertrag mit dem Fitness-Studio wirklich sein oder könnte man auch einfach öfter mal joggen gehen oder sich das Fahrrad schnappen und eine Radtour machen. Gemeinsam mit Freunden macht das genauso viel Spaß. Sie sparen dabei nicht nur viel Geld, sondern sind zusätzlich an der frischen Luft. Das tut auch Ihrer Gesundheit gut.

5. Handy + Festnetzanschluß ist sicher bequem, hat allerdings auch seinen Preis. Bei einem Handy mit Vetrag zahlen Sie doppelte Grundgebühren (Handy und Festnetz). Sie sollten sich ehrlich fragen, ob Sie beides wirklich brauchen.
Um die Kosten beim Handy zu überschauen, ist eine Prepaidkarte (aufladbare Karte) meist günstiger, auch wenn die Gesprächsminuten teurer sind. Ist das Kartenguthaben abtelefoniert, dann müssen Sie eine neue Gauthabenkarte kaufen. Fehlt momentan das Geld, so sind Sie immernoch erreichbar und haben Ihre Kosten im Griff.
Beim Vertragshandy sehen Sie erst nach Rechnungsstellung, wieviel Sie vertelefoniert haben. Das kann schnell zum Problem werden, wenn der Rechnungsbetrag dann nicht auf dem Konto verfügbar ist.
Verzichten Sie auf teure Zusatzleistungen, wie Spiele und Klingeltöne. Sie sind nicht lebensnotwendig.

6. Das Auto - für viele eher ein Prestigeobjekt als ein Gebrauchsgegenstand - ist heutzutage ein immenser Kostenfaktor. Denn neben Kaufpreis, Versicherung und Kfz-Steuer muss das Auto auch regelmäßig getankt, gewartet und manchmal auch repariert werden. So notwendig es für die meisten Menschen für die Fahrt zur Arbeit ist, diese enormen Kosten werden oftmals unterschätzt.

Überlegen Sie sich schon vor dem Kauf genau, wofür Sie dieses Auto brauchen und ob es unbedingt ein Neu- oder Jahreswagen sein muss. Der Wertverfall eines Neuwagens ist gerade im ersten Jahr enorm. Ein kleiner Gebrauchter tut’s auch für den Weg zur Arbeit und zum einkaufen. Und vergessen Sie nicht, Preise zu vergleichen, nicht nur Kaufpreise, sondern auch zukünftige Versicherungsprämien, die Höhe der Kfz-Steuer und vor allem, achten Sie schon im Vorfeld auf den Spritverbrauch. Ein hoher Spritverbrauch rächt sich später, wenn Sie täglich lange Strecken (gerade im Stadtverkehr) zurücklegen müssen. Denn die Benzinpreise werden eher steigen als fallen. Planen Sie von Anfang an Repararurkosten ein, so können Sie sicher sein, dass das Geld auch da ist, wenn unverhofft eine Reparatur kommt.
Vergleichen Sie vor dem Autokauf die verschiedenen Möglichkeiten Barkauf, Kredit oder Leasing ganz genau.

7. Kredite sind manchmal nötig. Der Bau oder Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung kann meist nur mit Hilfe eines Kredites realisiert werden, es sei denn, Sie haben im Lotto gewonnen oder ein kleines Vermögen geerbt. Diesen Schulden steht jedoch ein Vermögenswert  (Haus oder Eigentumswohnung) gegenüber, der über viele Jahre normalerweise an Wert gewinnt.

Kalkulieren Sie vor der Kreditaufnahme unbedingt, ob Sie die Schuldenlast auf Dauer (20, 25 oder sogar 30 Jahre) verkraften können. Verplanen Sie nicht alles Geld für die Finanzierung, sondern behalten Sie einen gewissen Notgroschen für den Fall der Fälle. Ist die Finanzierung großzügig gerechnet und sind Sie gegen existenzbedrohende Risiken (Tod und Berufsunfähigkeit) ausreichend abgesichert, dann sollte es möglich sein. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, dann stellen Sie den Wunsch nach einem eigenen Haus besser zurück und sorgen erstmal für mehr Eigenkapital.

8. Der Dispo-Kredit ist der teuerste Kredit, dafür muss man ihn auch nicht extra beantragen. Ein regelmäßiger Geldeingang auf Ihrem Girokonto reicht oft aus, um von der Bank den Dispo zu erhalten. Allerdings wissen die meisten Menschen gar nicht, wie hoch derzeit die Dispo-Zinsen bei ihrer Bank sind. Sie wissen nur, dass die Möglichkeit besteht, einen finanziellen Engpass mit dem Dispo zu überbrücken. Doch das sollte generell nur im Notfall vorkommen, denn der Zinssatz liegt in der Regel weit über 10 % p.a..

9. Vorsicht vor Konsumentenkrediten, denn damit begeben Sie sich in eine finanzielle Abhängigkeit für ein Produkt (z.B. Möbel, Fernseher, HiFi-Anlage, Reise usw.), welches Sie sich auch ohne weiteres selbst zusammensparen könnten. Der Haken dabei ist, das Sie dieses Produkt erst dann nutzen können, wenn Sie das Geld zusammen haben. Doch dann können Sie auch sicher sein, nicht in die Schuldenfalle zu geraten. Und mal ganz ehrlich, ist es lebensnotwendig, den neuen Plasmafernseher oder die neue Couch gleich morgen zu kaufen? Was passiert, wenn Sie beides erst im nächsten Jahr kaufen können? Würde sich Ihr Leben grundlegend ändern? Sicher nicht.
Nur finanziell würde es Ihnen einen enormen Vorteil bringen. Einerseits bekommen Sie Zinsen auf Ihr angespartes Guthaben, andererseits sparen Sie sich die Kreditzinsen. Und das Risiko, die Raten nicht zahlen zu können, fällt auch weg.

Ein Beispiel, wie sich ein Kleinkredit für den Verbraucher dennoch lohnen kann, finden Sie hier.

10. Eine Kreditkarte verleitet in jedem Fall zum leichtfertigen Geldausgeben. Zudem haben Sie keine Übersicht mehr über Ihre Kosten. Denn in der Regel wird das Kreditkartenkonto erst nach Wochen abgerechnet. Wer schreibt sich schon auf, was er in dieser Zeit alles mit der Kreditkarte bezahlt hat. Sie haben keine Kontrolle mehr über Ihre Ausgaben.
Verzichten Sie besser auf die Kreditkarte, auch wenn sie kostenlos ist.

Denken Sie immer daran, nur Sie sind verantwortlich für Ihr Geld. Und die Konsequenzen Ihrer Entscheidungen tragen Sie auch selbst.
Deshalb immer erst nachdenken - dann kaufen. Oder besser erst sparen, dann kaufen.

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