Reduzieren Sie Ihre Schulden Schritt für Schritt

 

Der Weg vom überzogenen Konto hin zur Überschuldung ist nicht weit und der Übergang oft fließend. Vielen Menschen ist gar nicht bewußt, dass sie eigentlich schon längst überschuldet sind, denn sie haben den Überblick über ihre Finanzen schon lange verloren. Oftmals haben sie nie einen richtigen Überblick gehabt. Doch der ist dringend nötig, um den vielen Verlockungen, die uns die Werbung tagtäglich bietet, zu widerstehen.

Wenn Sie Ihre Einnahmen überschätzen und Ihre Ausgaben unterschätzen, leben Sie über Ihre finanziellen Verhältnisse. Da hilft auch kein neuer Kredit, um alte Löcher zu stopfen. Denn auch diesen Kredit müssen Sie teuer zurückzahlen.

Wenn Sie vorhandene Schulden abbauen wollen, dann brauchen Sie einen genauen Plan, den Sie in jedem Fall einhalten müssen. Oft ist die Situation gar nicht so ausweglos.

Schuldencrashkurs. Weg mit den Schulden

Die folgenden Schritte sind ein Anfang auf dem Weg aus der Schuldenfalle.

1. Kassensturz und Bestandsaufnahme

Um einen Überblick über Ihre aktuelle finanzielle Lage zu bekommen, müssen Sie sämtliche Einnahmen und Ausgaben lückenlos erfassen. Eine Aufstellung nach dem Motto "Pi mal Daumen" ist hier keinesfalls ausreichend. Gehen Sie Ihre Kontoauszüge durch, auch die vom letzten Jahr und listen Sie alle Ausgaben, auch solche, die nur einmal jährlich fällig sind, auf. Erfassen Sie alle Einnahmen und ziehen  Sie dann die Ausgaben von den Einnahmen ab. Das geht am besten mit Hilfe eines Finanzplanes. Bleibt unterm Strich ein Minus übrig, dann geben Sie mehr Geld aus, als Sie einnehmen. Sparen ist angesagt, um das finanzielle Gleichgewicht wiederherzustellen.

2. Schulden zusammenstellen

Wenn das Geld nicht mehr reicht, alle Kosten zu bezahlen, werden meist Rechnungen, Mahnungen oder auch Mahnbescheide ungeöffnet zur Seite gelegt, um etwas Zeit zu gewinnen oder in der Hoffnung, es merkt keiner. Das ist definitiv der falsche Weg.
Fertigen Sie eine Liste aller Schulden und sonstigen Zahlungsrückständen an. Schulden sind Kredite, Darlehen und aufgeschobene Rechnungen, die Sie nicht innerhalb der Frist bezahlt haben. Sonstige Zahlungsrückstände sind beispielsweise Mietrückstände oder ähnliches. 
Erfassen Sie hierbei die einzelnen Gläubiger, die Höhe der Schulden sowie das Fälligkeitsdatum. Wichtig ist, dass Sie alle noch offenen Zahlungsverpflichtungen eintragen, damit Sie nichts übersehen.

3.  Ermitteln Sie Ihren Finanzstatus

Listen Sie alle Einkommenbestandteile auf, d.h. neben Lohn und Gehalt, Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II auch Miet- oder Pachteinnahmen, Zinsen aus Kapitalanlagen und Wertpapieren usw.
Überprüfen Sie, ob eventuell noch Bank- oder Bausparguthaben, Lebensversicherungen oder Wertpapiere vorhanden sind, die zur Tilgung der Schulden zur Verfügung stehen.

4.  Verbessern Sie Ihre Liqidität

Ihr wichtigstes Ziel muss es nun sein, Ihre Einnahmen wenn möglich zu erhöhen und Ihre Ausgaben konsequent zu reduzieren.

Suchen Sie sich einen Nebenjob oder verkaufen Sie Dinge, die Sie nicht mehr brauchen. Jeder Euro zählt. Überprüfen Sie anhand Ihres aufgestellten Finanzplanes (Einnahmen und Ausgaben) jede einzelne Ausgabe nach ihrer Notwendigkeit. Setzen Sie Prioritäten, der Schuldenabbau hat oberste Priorität. Verzichten Sie auf teure Zeitungsabo’s, das monatliche Bezahlfernsehen (Premiere), Gaststättenbesuche und Fitnesstraining.
Prüfen Sie Ihre Versicherungen. Dort steckt das meiste Einsparpotential. Unnötige Versicherungen sollten gekündigt werden.
Besteht eine Lebensversicherung oder ein Bausparvertrag, in die monatlich eingezahlt wird, dann sollten Sie die Einzahlung stoppen, die Lebensversicherung beitragsfrei stellen, so bleibt ein geringerer Versicherungsschutz erhalten.
Vielleicht haben Sie noch einen vermögenswirksamen Sparvertrag bei der Bank. Auch wenn die Sperrfrist von 7 Jahren noch nicht abgelaufen ist, so können Sie diesen doch vorzeitig auflösen und mit dem ausgezahlten Guthaben z.B. dringende Mietrückstände ausgleichen. Dadurch geht Ihnen lediglich die Arbeitnehmer-Sparzulage verloren.
Auch das Auto und die damit verbundenen laufenden Kosten gehören auf den Prüfstand. In Zeiten hoher Benzinpreise muß nicht jede Fahrt mit dem Auto gemacht werden. Kurze Strecken kann man durchaus mal zu Fuß gehen oder auf das Fahrrad umsteigen. Das spart Kosten und Bewegung ist gesund.
Für den Weg zur Arbeit bieten sich Fahrgemeinschaften an.

Helfen diese 4 Schritte nicht mehr, aus eigener Kraft der Schuldenfalle zu entgehen, dann sollten Sie sich Hilfe von Fachleuten holen.
Wenden Sie sich am besten schnellstmöglich an eine Schuldnerberatung, die zuerst versucht, sich aussergerichtlich mit den Firmen, bei denen Sie Schulden haben, zu einigen. Gelingt das nicht, stehen Ihnen mit der Verbraucherinsolvenz und der damit verbundenen Restschuldbefreiung noch Chancen für einen Neuanfang offen.

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