private Versicherungsprodukte zur zusätzlichen Absicherung des Pflegerisikos

 

Ziel der gesetzlichen Pflegeversicherung ist eine Grundversorgung bei Pflegebedürftigkeit, die verhindern soll, dass ein Pflegebedürftiger unter die Sozialhilfegrenze rutscht.

Die tatsächlichen Pflegekosten, nicht nur in Pflegeheimen, liegen bereits heute in der Regel weit über dem Pflegekassenanteil. Zudem müssen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie sonstige Serviceleistungen  generell von dem Pflegebedürftigen selbst oder seinen Angehörigen aufgebracht werden. Ein Pflegeheimplatz kostet heute rund 3.000 Euro monatlich, in Pflegestufe III zahlt die Pflegekasse lediglich 1.470 Euro. Die Differenz (ca. 1.500 Euro monatlich)  muss der Pflegebedürftige selbst tragen. Diese immensen Kosten können in wenigen Jahren selbst große Vermögen aufzehren.

Und diese Lücke zwischen tatsächlichen Kosten und Pflegekassenanteil wird sich in Zukunft noch wesentlich vergrößern, denn die Höchstsätze der Pflegeversicherung sind per Gesetz festgeschrieben. Das heißt, auch wenn die tatsächlichen Kosten für einen Heimplatz zukünftig durch die Inflation steigen (und das werden sie!), so bleibt der Pflegekassenanteil konstant.

Grund genug darüber nachzudenken, welche privaten Vorsorgeprodukte es in diesem Bereich gibt und wie sinnvoll sie sind. Um das Risiko privater Zuzahlungen bei Pflegebedürftigkeit abzufangen, bieten Versicherungsgesellschaften und auch Krankenkassen in der Regel 3 Arten von Pflegezusatzversicherungen an:

  • die Pflegekostenversicherung - sie übernimmt den Teil der tatsächlich anfallenden Pflegekosten, der über die gesetzliche Leistung hinaus geht, in der Regel zu 80 %, allerdings ohne die Kosten für Unterkunft und Verpflegung
  • die Pflegerentenversicherung - sie zahlt eine vorher vereinbarte monatliche Pflegerente im Fall der Pflegebedürftigkeit in Abhängigkeit der Pflegestufe
  • die Pflegetagegeldversicherung - sie zahlt bei Eintritt des Pflegefalls ein vorher vereinbartes Pflegetagegeld, unabhängig von den tatsächlich entstehenden Pflegekosten.

 

Im Gegensatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung muss eine private Versicherung für den Pflegefall nicht jeden Antragsteller aufnehmen. Hier spielen Alter und Gesundheitszustand eine ganz entscheidende Rolle. Auch die Beiträge zu einem privaten Vorsorgeprodukt sind nicht einkommensabhängig, sondern richten sich in erster Linie nach dem zu erwartenden Risiko. Bei einem jungen Menschen ist das Risiko, pflegebedürftig zu werden, eher gering. Auch hat man meist in jungen Jahren noch keine schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme. Das alles spiegelt sich in einem äußerst günstigen Beitrag nieder. Leider denken jedoch gerade junge Menschen, die topfit sind, eher selten an eine Pflegebedürftigkeit und deren (finanzielle) Folgen. 

 

 

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