Die Pflegetagegeldversicherung

 

Nahezu alle privaten Krankenversicherungsgesellschaften bieten die private Pflegetagegeldversicherung an, bei der ähnlich einer Krankentagegeldversicherung im Krankheitsfall, ein Pflegetagegeld für den Pflegefall vereinbart wird. Das heißt, Sie als Versicherter erhalten zusätzlich zu den gesetzlichen Leistungen ein vertraglich vereinbartes Pflegetagegeld aus einer privaten Pflegetagegeldversicherung, unter der Voraussetzung, das Pflegebedürftigkeit eingetreten ist.

Dieses Tagegeld können Sie meist nach Ihren persönlichen Bedürfnissen vereinbaren. In der Regel liegen die Tagessätze je nach Anbieter zwischen 5,00 und 100,00 Euro. Werden Sie pflegebedürftig, dann richtet sich die Höhe des Pflegetagegeldes, das ausgezahlt wird, nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegestufen). Den vollen Tagessatz erhalten Sie bei Vorliegen der Pflegestufe III, in Pflegestufe I und II gibt es ein anteiliges Pflegetagegeld. Werden Sie zu Hause von Ihren Angehörigen gepflegt und nicht stationär, erfolgt ebenfalls eine Abstufung des Tagessatzes.

Der Beitrag ist, wie auch bei den anderen privaten Pflegezusatzversicherungen, abhängig vom zu erwartenden Risiko. Je jünger der Versicherte, umso geringer das Pflegefallrisiko und umso niedriger der Beitrag. Aufgrund der höheren Lebenserwartung zahlen Frauen grundsätzlich einen höheren Beitrag als Männer.

Die hauptsächliche Leistung einer Pflegetagegeldversicherung besteht in der Zahlung eines vereinbarten Tagegeldes bei Pflegebedürftigkeit. Bei der Vielzahl der Angebote, die es heutzutage auf dem Markt gibt, sollten Sie auf jeden Fall einen Blick in die Bedingungen des Vertrages werfen, und zwar vor dem Abschluss. Achten Sie darauf, dass das vereinbarte Tagegeld nicht ausschließlich bei Vorliegen der Pflegestufe III gezahlt wird, sondern anteilig bereits bei Pflegestufe I und II und das es auch eine Auszahlung gibt, wenn die Pflege im häuslichen Umfeld erfolgt. Die Pflegestufe aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sollte ohne erneute Gesundheitsprüfung übernommen werden, auf regelmäßige Nachuntersuchungen sollte der Versicherer verzichten.

Sinnvoll ist auch eine über die Laufzeit dynamische Anpassung der Tagegeldsätze, denn nicht nur die Pflegekosten, auch die Lebenshaltungskosten werden in Zukunft steigen.

Es gibt Versicherungsunternehmen, die in Ihren Tarifen eine Leistung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes ab Vertragsabschluss ausschließen. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Wartezeit. Für jüngere Versicherte ist es in der Regel kein Problem, wenn die Gesellschaft eine Leistung erst nach einer Wartezeit von bis zu 3 Jahren zahlt. Für ältere Versicherte jedoch kann dies ein erheblicher Nachteil sein, denn mit steigendem Alter steigt auch das Risiko, pflegebedürftig zu werden. Wenn der Pflegefall dann bereits innerhalb der Wartezeit eintritt, hat der Versicherte keinen Anspruch auf Leistung. Suchen Sie sich am besten einen Anbieter, der auf eine Wartezeit generell verzichtet.

Wenn der Versicherungsfall (Pflegebedürftigkeit) dann eintritt, erbringen manche Gesellschaften die Leistung erst nach einer gewissen Karenzzeit. Das heißt, die Zahlung der Pflegerente erfolgt  beispielsweise erst nach 3 Monaten Pflegebedürftigkeit. Auch das kann für manche Versicherte zum Problem werden, vor allem dann, wenn keine finanziellen Reserven vorhanden sind, um die Pflegekosten für diese Zeit zu zahlen. Es gibt auch Anbieter, die keine Karenzzeit vereinbaren und die Leistung mit Eintritt des Pflegefalls zahlen.

Fazit:

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Pflegetagegeldversicherung im Vergleich zur Pflegekosten- und Pflegerentenversicherung die sinnvollste Variante ist, das Pflegerisiko privat abzudecken. Wer nicht schon über ein mehr oder weniger großes Vermögen verfügt, kann damit in der Regel die gesamte mögliche Versorgungslücke schließen, da man über die Leistung frei verfügen kann und somit auch die Pflege im häuslichen Umfeld durch Angehörige finanziell abgesichert ist. Da die Beitrags- und Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern mitunter erheblich sind, sollten Sie auf jeden Fall mehrere Angebote miteinander vergleichen und dabei keinesfalls ausschließlich auf den Preis achten.

 

 

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