Das gesetzliche Rentensystem in der Krise
Anfangs noch im Kapitaldeckungsverfahren konzipiert, wurde die gesetzliche Rentenversicherung durch die Rentenreform im Jahr 1957 umgestellt auf das so genannte Umlageverfahren.
D. h. die heutigen Rentner bekommen ihre Rente durch die Beitragszahlungen der heutigen Arbeitnehmer. Die wiederum bekommen später ihre Rente durch die Beitragszahlungen der dann nachfolgenden Generation, also der heutigen Kinder und Jugendlichen.
Mit Beginn der 70er Jahre sank die Geburtenhäufigkeit stetig (Pillenknick), es wurden Jahr für Jahr immer weniger Kinder geboren, die natürlich schon heute als Beitragszahler fehlen. Dieser Trend hält immer noch an, so dass auch in Zukunft immer weniger Beitragszahler zur Verfügung stehen.
Aber das ist längst nicht das einzige Problem der gesetzlichen Rentenversicherung.
Eine steigende Lebenserwartung, bedingt durch eine immer bessere medizinische Versorgung, führt dazu, dass die Rentner immer länger Rente beziehen. Als die gesetzliche Rentenversicherung eingeführt wurde, war der Ruhestand eine biographisch relativ kurze Zeit, geprägt von schwindenden Lebenskräften und auch sinkenden Ansprüchen. Ein um 1900 geborener Mensch hatte eine durchschnittliche Lebenserwartung von ca. 67 Jahren, von der maximal 5 Jahre auf den Ruhestand entfielen.
Laut statistischem Bundesamt hat ein heute geborener Junge eine durchschnittliche Lebenserwartung von mehr als 76 Jahren, ein heute geborenes Mädchen mehr als 82 Jahre.
Dabei gilt die steigende Lebenserwartung nicht nur für heute Geborene, sondern auch für bereits ältere Menschen, wie Sie hier sehen können. So steigt die statistische Lebenserwartung (lt. Sterbetafel 2004/2006) eines heute 60 jährigen Mannes auf weitere ca. 20,6 Jahre, einer heute 60 jährigen Frau auf weitere ca. 24,5 Jahre.
Damit ist die Ruhestandsphase zu einem eigenständigen Lebensabschnitt geworden, der von Jahr zu Jahr steigt. Ein riesen Problem für die gesetzliche Rentenversicherung, denn die Renten müssen immer länger ausgezahlt werden.
Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit führt ebenfalls zu geringeren Einnahmen in der Rentenkasse. Neue Arbeitsplätze werden vorwiegend im Niedriglohnbereich geschaffen, um Lohnnebenkosten zu sparen. Der unangenehme Nebeneffekt: sinkende Einnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung, aber auch sinkende Ansprüche für die Versicherten. Denn wer wenig Geld verdient, zahlt auch nur wenig oder gar nichts in die Rentenkasse ein und erwirbt daher auch nur geringe oder keine Ansprüche.
Auch die deutsche Wiedervereinigung belastet die gesetzliche Rentenversicherung. Allerdings nicht, weil die Ost-Rentner keine Beiträge eingezahlt haben, sondern vielmehr, wegen der immer noch dramatisch hohen Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland. Denn für das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung ist ein ausgeglichenes Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenempfängern notwendig, dass aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und vor allem der vielen Langzeitarbeitslosen in Ostdeutschland nicht gegeben ist.
Nicht eingezahlte Beiträge der Ost-Rentner haben keine Auswirkungen auf die Rentenkasse, da ja beim Umlageverfahren kein Kapitalstock angespart wird, sondern lediglich die Beitragszahlungen der heutigen Arbeitnehmer an die heutigen Rentner in Form der Rente ausgezahlt werden.
Fazit:
Die gesetzliche Rentenversicherung steckt tief in der Krise. Der Staat hat die zunehmenden Finanzierungsprobleme aufgrund der dramatischen demographischen Entwicklung zwar schon vor Jahren erkannt, jedoch nicht konsequent gegengesteuert. Trotz vieler Rentenreformen und Einzelmaßnahmen ist es bis 2005 nicht gelungen, die massiven Probleme in der gesetzlichen Rentenversicherung zu lösen.
Neben der nachgelagerten Besteuerung der Renten, der Anhebung des Renteneintrittsalters, der Einführung des Nachhol- und Nachhaltigkeitsfaktors, die allesamt eine reale Rentenkürzung bedeuten, wurden auch neue Möglichkeiten der steuerlich geförderten privaten Vorsorge (Rürup-Rente) geschaffen und bestehende Möglichkeiten (Riester-Rente) verbessert. Das sind alles Schritte in die richtige Richtung, die jedoch längst nicht ausreichen werden, die zukünftig massiven Probleme wirklich zu lösen.
Sicher wird die gesetzliche Rente auch in Zukunft eine Rolle bei der Altersversorgung spielen, jedoch wird die Rente in ihrer Höhe nicht ausreichen, einen finanziell gesicherten Lebensabend zu gewährleisten.
Die private Vorsorge wird in den nächsten Jahrzehnten eine immer größere Rolle bei der Altersversorgung spielen. Das setzt jedoch voraus, dass der einzelne Verbraucher heute Verantwortung übernimmt, sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und seine eigene Altersvorsorge weder dem Staat noch dem Zufall überlässt.
Nehmen Sie sich die Zeit, informieren Sie sich und lernen Sie ganz einfach selbst, worauf es bei der privaten Vorsorge ankommt. So müssen Sie keinem Bankberater oder Versicherungsvertreter mehr blind vertrauen, denn Sie sind Ihr bester Berater.
Ich zeige Ihnen gern, wie Sie zukünftig die richtigen finanziellen Entscheidungen für sich treffen. Sie werden sehen, es ist gar nicht so schwer, wenn man jemanden hat, der einem zeigt, worauf man achten muss.
Die eigene Altersversorgung stressfrei gestalten und clever (voraus)planen.
Gewusst wie: So steht Ihnen im Alter genügend Geld zur Verfügung.
















Am 14. August 2008 um 07:02 Uhr
[…] altersvorsorgee Lobbyverbände eigentlich, wie weit sie noch gehen können? Bald fordern die noch: Vor dem Lesen Augen ausstechen lassen und vor dem Hören Trommelfelle entfernen. Vielleicht werden Buch- und Zeitschriftenverlage irgendwann wieder einen richtigen Boom erleben? Mit einem Buch oder einer Zeitschrift bin ich unabhängig von jedem elektronischen Gerät um an den Inhalt zu gelangen. Einmal bezahlt und ich kann den Inhalt so oft lesen wie ich will und nicht wann mir irgendeine Dummfugindustrie es mir erlaubt. Auf CDs kann ich auch verzichten. Wie lange halten die? Schallplatten wird man auch noch in 100 Jahren abhören können (Ein Grammophon kann man mit etwas geschick auch selbst basteln). Zu wenig Einnahmen, also denkt man sich ein neues Lizenzmodell aus. Aber ob die Mehrheit der Bevölkerung sich den Schwachsinn leisten kann interessiert nicht. Die hohen Arbeitslosenzahlen und sinkende Einkommen wirken sich auf alle Wirtschaftszweige aus. Da überlegt man sich, ob man die Lizenz zum 3 fachen Abspielen einer DVD oder die Arztpraxisgebühr bezahlt. Altersvorsorge soll man auch betreiben. Wovon eigentlich? […]