Was versteht man unter festverzinslichen Wertpapieren?
Nicht nur in Krisenzeiten sind festverzinsliche Wertpapiere eine gefragte Geldanlage. Das liegt vor allem daran, dass sie eine gewisse Sicherheit ins Depot bringen.
Was sind eigentlich festverzinsliche Wertpapiere?
Ein Wertpapier an sich ist der Sammelbegriff für Urkunden, die bestimmte Vermögenswerte verbriefen, die nur der Besitzer der Urkunde geltend machen kann.
Dazu gehören einerseits die festverzinslichen Wertpapiere, die grundsätzlich Gläubigerrechte verbriefen, andererseits auch Aktien, die dem Eigentümer (Aktionär) einen bestimmten Anteil am Grundkapital der Aktiengesellschaft verbriefen.
Unternehmen finanzieren sich in der Regel mit Eigenkapital wie auch mit Fremdkapital.
Geht das Unternehmen an die Börse, kann es durch die Ausgabe von Aktien Eigenkapital erwerben. Derjenige, der die Aktie kauft, wird zum Miteigentümer der Aktiengesellschaft mit ganz bestimmten Rechten.
Finanziert sich das Unternehmen mit Fremdkapital, erfolgt das meist durch eine Kreditaufnahme bei der Bank. Zusätzlich hat das Unternehmen auch die Möglichkeit, Fremdkapitalpapiere zu verkaufen. Dabei handelt es sich um verbriefte Kredite mit einem Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung.
Solche Papiere bezeichnet man allgemein als festverzinsliche Wertpapiere oder auch Anleihen. Der Anleger, der in eine solche Anleihe sein Geld investiert, gibt praktisch dem Unternehmen einen Kredit, zu einem ganz bestimmten Zinssatz und über eine festgelegte Laufzeit.
Jede Anleihe hat einen Ausgabekurs und einen Zinssatz, der in Prozent des Nennbetrages ausgedrückt wird. Bei den meisten festverzinslichen Wertpapieren werden die Zinsen jährlich gezahlt.
Beispiel: Der Ausgabekurs beträgt 1.000 Euro, der Zinssatz 5 Prozent p.a.
Als Anlager erhalten Sie für eine Investition von 1.000 Euro in eine solche Anleihe jährlich 50 Euro Zinsen und zwar bis zum Ende der Laufzeit. Die Zinszahlung erfolgt nach Vorlage des aktuellen Zinsscheines, auch Coupon genannt.
Die Rendite dieser Anleihe wird bestimmt:
- vom nominalen Zinssatz
- vom Ausgabekurs
- vom Rückzahlungskurs und
- von der Laufzeit.
Der Kurs von festverzinslichen Wertpapieren (Kauf- und Verkaufspreis) wird im Wesentlichen durch die Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus am Kapitalmarkt bestimmt.
Damit trägt der Inhaber festverzinslicher Wertpapiere ein so genanntes Zinsänderungsrisiko. Steigt das Zinsniveau am Kapitalmarkt, bleibt der Zinssatz der Anleihe jedoch bestehen.
Wollen Sie als Anleger diese Anleihe vorzeitig verkaufen, um in eine neue Anleihe mit einem höheren Zinssatz zu investieren, werden Sie niemanden finden, der dafür den vollen Ausgabekurs zahlt, da ja der Zinssatz niedriger ist, als bei den neuen Anleihen.
Sie könnten diese Anleihe allerdings mit einem Abschlag auf den Kurs vorzeitig verkaufen, wenn Sie dafür einen Käufer finden. Dann allerdings reduziert sich für Sie die Rendite dieser Anleihe, denn Sie bekommen ja nicht Ihre Anfangsinvestition von 1.000 Euro zurück.
Sie können die Anleihe auch bis zum Ende der Laufzeit behalten, dann bekommen Sie zwar Jahr für Jahr etwas weniger Zinsen, als bei einer neuen Anleihe. Dafür erhalten Sie am Laufzeitende aber Ihr investiertes Kapital von 1.000 Euro zurück.
Bei festverzinslichen Wertpapieren stehen also die jährlichen Zinszahlungen wie auch der Rückzahlungsbetrag von Anfang an fest. Da es bei den traditionellen Anleihen über einen längeren Zeitraum durch die jährlich ausgezahlten Zinsen zu einem rentenähnlichen Einkommen kommt, spricht man hier auch von Rentenwerten. Sie gelten als sichere, nicht spekulative Anlagen, denn der Schuldner (das Unternehmen) muss seine Verbindlichkeiten (Anleihen) zurückzahlen.
Allerdings spielt hier die Bonität (Zahlungsfähigkeit) des Schuldners eine ganz wichtige Rolle. Die Sicherheit von Rentenwerten wird meist nach speziellen Merkmalen bestimmt. Die so genannte Mündelsicherheit ist die höchste Stufe dieser Sicherheitsmerkmale. Anleihen des Bundes und der Länder gelten in der Regel als mündelsicher.
Fest verzinsliche Wertpapiere ausländischer Schuldner, vor allem Industrie- und Staatsobligationen bonitätsschwacher Länder und Unternehmen, sind keineswegs eine sichere Anlage, sondern gelten als besonders gefährlich. Auch und vor allem, wenn sie zu attraktiven Zinssätzen angeboten werden. Sind diese Länder oder Unternehmen nach wenigen Jahren nicht mehr zahlungsfähig, ist auch das entsprechende Wertpapier wertlos. Wenn Sie als Anleger in ein solches Papier investiert haben, besitzen Sie dann nur noch ein Stück bedrucktes Papier.
Zu den allgemein bekannten festverzinslichen Wertpapieren für private Anleger zählen:
die Tagesgeldanleihe des Bundes,
die Bundesschatzbriefe,
die Bundesobligationen,
die Finanzierungsschätze.
















Am 8. Juli 2009 um 11:53 Uhr
[…] dazu genutzt einen Kapitalstock aufzubauen, der die Beitragsgarantie abdeckt und wie üblich mit festverzinslichen Wertpapieren gedeckt ist – was eine eher überschaubare Rendite erwirtschaften wird. Jene Anteile des […]