Indexfonds – Eine Einführung
ein Gastbeitrag von Oliver Gieseck
Indexfonds sind klassische Investmentfonds, die einen zugrunde liegenden Index nachbilden. Im Gegensatz zu anderen Investmentfonds, die durch aktives Management und eine intensive Titelauswahl durch den Fondsmanager versuchen, einen Vergleichsindex zu übertreffen, orientieren sich Indexfonds sehr strikt an der Zusammensetzung des Index. Dies lässt Fondsmanagern zwar nur wenig Spielraum, demgegenüber steht allerdings eine vereinfachte Verwaltung, die zudem deutlich geringere Kosten verursacht.
Wie exakt die Abbildung des Index verläuft, wird mit der so genannten Tracking Error angegeben. Ein niedriger Wert steht hierbei für eine sehr ähnliche Wertentwicklung. Je höher die Tracking Error jedoch ist, desto größer ist auch die Abweichung des Indexfonds zum Index, der auch als Benchmark bezeichnet wird.
Indexfonds sind in Deutschland erst seit dem Jahr 1998 möglich. Erst mit Inkrafttreten des 3. Finanzmarktförderungsgesetztes ist es deutschen Kapitalanlagegesellschaften möglich, einen Index 1:1 abzubilden. Seither wurden Indexfonds, die auch als ETF (Exchange Traded Fund) bezeichnet werden, immer beliebter. Wurden sie noch vor einigen Jahren vor allem von größeren institutionellen Anlegern genutzt, greifen jetzt auch immer mehr Privatpersonen zu Indexfonds, und das aus gutem Grund.
Der große Vorteil der ETF bzw. der Indexfonds liegt hierbei auf der Hand. Im Vergleich zu traditionellen Fonds fallen hier deutlich geringere Kosten an, weil keine teuren Manager oder Researchabteilungen finanziert werden müssen.
Für die Verwahrung wird jedoch ein Wertpapierdepot benötigt, für das je nach Bank Kosten anfallen können. Ebenso wie andere Investmentfonds auch, streut der Indexfonds das Vermögen der Anleger, so dass das Risiko im Vergleich zur Anlage in eine Einzelaktie sinkt. ETF´s haben hierbei zusätzlich den Vorteil, dass sie weitaus transparenter sind, denn Anleger können nachvollziehen, in welche Werte investiert wird, da die Zusammensetzung eines Index öffentlich bekannt ist.
Gerade die Unsicherheit sowie das Misstrauen in die Finanzbranche und somit auch in Fondsmanager haben den Indexfonds vermehrten Zulauf gebracht. Experten gehen sogar davon aus, dass Indexfonds im Jahr 2009 weiter an Volumen zulegen werden. Hierfür spricht auch, dass Indexfonds Sondervermögen sind und somit auch bei einer etwaigen Insolvenz der emittierenden Bank oder Fondsgesellschaft gesichert sind. Bei vergleichbaren Index-Zertifikaten ist dieser Schutz nicht gegeben.
Indexfonds haben aber auch Nachteile. So haben Fondsmanager kaum Möglichkeiten, eine eigene Aktienselektion vorzunehmen, denn sie sind an die Zusammensetzung des Index gebunden. Gerade in negativen Börsenzeiten können sich Indexfonds somit nur ebenso gut oder eben schlecht wie der Index entwickeln.
Neben den klassischen Indexfonds, die auf Grundlage von DAX und Dow Jones Euro Stoxx 50 basieren, können ETF´s auch auf der Basis von Rohstoff- oder Edelmetall-Indizes gestaltet sein. Auch Immobilieninvestments sowie Branchen- und Regionen-Indizes können abgebildet werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine erhöhte Spezifizierung zu höheren Risiken, gleichzeitig aber auch zu höheren Renditen führen kann. Je spezialisierter ein Indexfonds, desto geringer ist die Streuung, das Risiko steigt. Trotz dessen ist es Anlegern möglich, ihr Depot mit ETF´s zu diversifizieren sowie zu strukturieren, um langfristigen Anlageerfolg zu erzielen. Breit gestreute Indexfonds, die beispielsweise den MSCI World zugrunde legen, gelten daher als eher konservatives Investment.
In den Zeiten der Finanzkrise, in denen die Wertpapierkurse stark gesunken sind, haben sich auch Short-ETF als Anlagealternative herausgebildet. Diese Indexfonds entwickeln sich gegensätzlich zum zugrunde liegenden Index und können somit auch in Bärenmärkten Gewinne erzielen.
Ebenso wie bei anderen Investmentfonds auch ist es bei Indexfonds wichtig, vor dem Erwerb einen Vergleich durchzuführen. Dieser Vergleich ist aber nur dann sinnvoll, wenn Indexfonds, die den gleichen Index zugrunde legen, miteinander verglichen werden.
















Am 16. Februar 2009 um 11:28 Uhr
Das hört sich jetzt gar nicht so übel an muss ich sagen. Ich kenne mich zwar nicht so gut aus mit der ganzen Sache, aber wenn ich mir das so durchlese klingt das für mich recht logisch. Aber ich würde gerne wissen, ob es im Moment denn sinnvoll ist in so etwas zu investieren? Derzeit ist ja der Markt doch ganz schön in den Keller gerutscht und ich bin mir nicht sicher, ob ich mein Geld, wenn ich es darin investiere wieder sehen werde. Und ehrlich gesagt würde ich das schon gerne.
Am 21. Februar 2009 um 11:47 Uhr
Danke für diesen äußerst interessanten und aufschlussreichen Beitrag. Damit bekomme ich doch schon mal einen guten Eindruck, was man mit den Indexfonds immer meint. Bisher war mir das so noch nicht ganz klar, aber jetzt weiß ich da doch schon mal, was genau Phase ist und wie das Ganze funktioniert.
Am 24. Februar 2009 um 23:30 Uhr
Hallo Christian,
ich kann Ihre Bedenken gut verstehen. Allerdings kann niemand voraussehen, wie sich der Markt in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Fallen die Kurse weiterhin, ist es sicher nicht sinnvoll, jetzt bereits zu investieren.
Am 4. März 2009 um 10:09 Uhr
Also ich denke nicht, dass es wirklich noch sehr viel weiter in den Keller gehen kann. Ich hoffe zumindest auf eine langsame, aber stetige Erholung an den Märkten, aber man weiß sicher nie, wie es ausgehen wird und von daher bleiben Aktien und Zertifikate wohl immer ein risikoreiches Anlagegeschäft. Auf lange Sicht gesehen, denke ich aber, lohnt es sich schon, zu investieren, da der Markt ein ständiges Auf und Ab bietet. Wer lange genug durchhält, kann sicher gute Renditen erzielen, nur vorschnell darf man eben nicht handeln.
Am 12. März 2009 um 08:29 Uhr
Also meiner Meinung nach wird es jetzt noch einen kräftigen Schub nach unten geben, bevor dann ab der zweiten Jahreshälfte vielleicht langsam eine Stabilisierung eintritt, bevor es wirklich wieder aufwärts geht. Aber das ist auch nur meine Meinung, wirklich voraussehen kann die Entwicklung ohnehin keiner.
Am 13. November 2009 um 00:17 Uhr
Also bis jetzt sieht das alles noch nicht so rosig aus - ziemlich durwachsen eher. Wer Durchhaltevermögen hat verliert in der Regel auch nicht. Nur die, die immer verkaufen wenn es brenzlig wird und nicht abwarten können. Ist natürlich auch ein gewisses Risiko.
Zum Thema Indexfonds: Die sind meiner Meinung nach recht gut, denn die vermeindlichen “Börsen Experten” kochen auch nur mit Wasser wie einem die Vergangenheit schon oft gezeigt hat. Man kann eben nicht in die Zukunft schauen.