Versicherung und Vermögensaufbau sind zwei Paar Schuh
Die Kapitallebensversicherung ist in Deutschland ein echter “Klassiker”.
Die meisten Verbraucher nutzen diese Versicherung zur Altersvorsorge, häufig auch zur Immobilienfinanzierung.
Doch Verbraucherschützer warnen immer wieder davor, Risikoabsicherung und Sparen für’s Alter oder für die eigene Immobilie in einen Vertrag zu packen.
Das Thema Versicherung (Todesfallabsicherung, Berufsunfähigkeit) hat grundsätzlich mit dem Thema Vermögensaufbau nichts zu tun.
Deswegen sollten auch beide Bereiche sauber getrennt werden.
Stellen Sie sich mal folgendes vor:
Sie sind Berufseinsteiger und schließen bei Ihrem Versicherungsvermittler eine Kapitallebensversicherung inclusive Todesfallschutz und Berufsunfähigkeitsrente ab.
Damit haben Sie 3 verschiedene Bausteine in einer Police, nämlich
- eine Risikolebensversicherung
- eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung
- ein äußerst mager verzinster Sparvertrag.
Der Vermittler verkauft Ihnen die Police mit dem Argument: Während Sie optimal für’s Alter vorsorgen, sind Sie selbst im Fall einer Berufsunfähigkeit abgesichert und Ihre Familie im Fall Ihres Todes.
Für den Vermittler ein sehr gutes Geschäft, denn er kassiert eine hohe Provision.
Doch ist das für Sie wirklich so optimal?
Die Todesfallabsicherung und die Berufsunfähigkeitsrente ist bei einer Kapitallebensversicherung nicht frei wählbar, sondern abhängig von der Versicherungssumme der Hauptversicherung (Sparvertrag).
Da die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Zusatzversicherung zur Kapitallebensversicherung bildet, ist sie in der Höhe meist nicht bedarfsgerecht, da begrenzt. Oder Sie zahlen erheblich mehr in den Sparvertrag, dann steigt auch die versicherte BU-Rente.
Das ist natürlich möglich, aber auch gefährlich.
Da es sich ja hierbei um einen langfristigen Sparvertrag handelt, sollten Sie sicher sein, daß Sie diesen Beitrag auch langfristig zahlen können.
Denn was wäre, wenn
… Sie eine Familie gründen und Kinder das Licht der Welt erblicken,
… Sie ein eigenes Haus bauen,
… Sie arbeitslos werden,
dann wird das Geld knapp. In vielen Fällen kann dieser optimale Vertrag dann nicht mehr weitergezahlt werden.
Und dann?
Der Todesfallschutz sinkt auf die Höhe der bislang eingezahlten Beiträge, die Berufsunfähigkeitsabsicherung ist weg.
Wenn Sie dann gesundheitlich schon ein wenig angeschlagen sind, werden Sie voraussichtlich keine neue Bu-Absicherung mehr bekommen, oder nur mit einem erheblichen Risikoaufschlag.
Besser ist es, die 3 Bausteine einzeln und Ihrem Bedarf angepaßt, abzuschließen.
Dann könnten Sie bei eventuellen Zahlungsschwierigkeiten die Zahlung in den Sparvertrag einstellen und zahlen nur noch den Beitrag für die Risikolebensversicherung (sehr gering) und den für die Berufsunfähigkeitsversicherung.
So geht in finanziell schwierigen Zeiten der so wichtige Risikoschutz nicht verloren.
Wenn Sie einen flexiblen Sparvertrag (z.B. einen Investmentfonds) gewählt hätten, könnten Sie diesen jederzeit aussetzen und wenn es besser läuft, wieder aktivieren.
Mal ganz abgesehen davon, daß Sie mit einem Investmentfonds langfristig auch wesentlich höhere Erträge erzielen, als mit einer Kapitallebensversicherung!















