Online Versicherungsvergleiche - nicht in jedem Fall empfehlenswert

 

 

Im Internet gibt es nahezu für jeden Lebensbereich Vergleichsdatenbanken. Ob Sie nun ein Auto, eine Waschmaschine, Möbel, einen Kredit oder eine Versicherung vergleichen wollen. Die Auswahl diverser Vergleichsportale ist groß.

 

Planen Sie die Anschaffung eines neuen Haushaltsgerätes, z.B. einer Waschmaschine, dann kann sich ein Preisvergleich im Internet für Sie durchaus in barer Münze auszahlen. Dazu müssen Sie nur die gewünschten Eckdaten für dieses Gerät festlegen und in ein Vergleichsportal eingeben. Mit ein wenig Übung kommen Sie sicher zu einem für Sie günstigeren Angebot. Denn Sie wissen genau, was Sie suchen.

 

Bei Krediten und Versicherungen sieht es da schon anders aus. Für Verbraucher, die sich in diesen Bereichen schon gut auskennen, können solche Vergleichsportale durchaus eine sinnvolle Hilfe sein. Denn es gibt auch hier günstige und weniger günstige Angebote.

Gleiche Leistung für wesentlich weniger Beitrag - hört sich gut an. Doch nur, wer sich gut auskennt, kann einschätzen, ob es wirklich die gleiche Leistung ist. Dazu gehört oft auch ein Blick in das Kleingedruckte und die Fähigkeit, die Formulierungen im Kleingedruckten richtig deuten zu können.

Wer sich dagegen mit Versicherungen und Krediten allgemein noch nicht so gut auskennt, sollte solche Vergleichsportale eher mit Vorsicht genießen. Denn nicht jede Vergleichsseite ist unabhängig und objektiv. Oft stecken Versicherungsgesellschaften dahinter, die die Unwissenheit der Verbraucher nutzen, um vorrangig ihre Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. Wer keine Vorkenntnisse hat, muss schon ganz genau hinschauen, ob das Preis- Leistungsverhältnis stimmt.

 
Relativ einfach ist das Vergleichen von Kfz-, Hausrat-, Privathaftpflicht- oder Wohngebäudepolicen. Doch auch hier gilt, Vorkenntnisse sind empfehlenswert. Zudem sollten Sie sich auch nicht nur auf eine Vergleichsseite verlassen.

 

Kfz-Versicherung

Gerade bei der Kfz-Versicherung hat man als Verbraucher alle nötigen Daten in der Zulassung oder im Kfz-Brief. Die entsprechenden Schadensfreiheitsklassen können Sie in der Regel der letzten Beitragsrechnung Ihrer Kfz-Versicherung entnehmen. Zusätzlich müssen Sie meist noch die Jahresfahrleistung angeben. Damit haben Sie alle wichtigen Daten, die Sie für einen Online-Vergleich brauchen.

Die Kfz-Haftpflicht ist eine Pflichtversicherung, bei der Fahrzeugversicherung (Teil- oder Vollkasko) können Sie wählen, ob Sie beides oder nur die Teilkasko zusätzlich abschließen. In den ersten „Lebensjahren“ eines Fahrzeugs (Neuwagen) ist es durchaus sinnvoll und empfehlenswert, eine Vollkasko abzuschließen. Wenn Ihr Fahrzeug älter als 4 Jahre ist, können Sie sich die Prämien sparen.

Auf eine Kraftfahrunfallversicherung können Sie ebenfalls verzichten, wenn Sie eine ausreichende Berufsunfähigkeits- bzw. private Unfallversicherung abgeschlossen haben.

Viele Versicherungsgesellschaften bieten heute die Kfz-Haftpflicht inclusive Schutzbrief an. Diese Schutzbrief-Leistungen sind in der Regel identisch mit denen der Automobilclubs. Wer z.B. Mitglied im ADAC ist und eine Kfz-Versicherung incl. Schutzbrief abgeschlossen hat, zahlt doppelt.

 

 

Privathaftpflichtversicherung

Auch hier ist ein Online-Vergleich relativ einfach. Wichtig ist hierbei die Höhe der Versicherungssumme, die mindestens 5 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden betragen sollte. Gerade alte Verträge sollten überprüft werden, denn sie haben meist viel zu geringe Versicherungssummen, die im Schadenfall nicht mehr ausreichend sind. Erhöhen Sie rechtzeitig Ihre Versicherungssumme, das kostet Sie nur ein paar Euro mehr. Dafür können Sie aber wieder ruhig schlafen, denn im Ernstfall sind Sie ausreichend geschützt.

Eine sinnvolle Ergänzung zur Privathaftpflicht bietet die sogenannte Forderungsausfallversicherung. Sie schützt vor den finanziellen Folgen eines Schadens, den Ihnen ein anderer zugefügt hat, der jedoch nicht versichert und auch nicht zahlungsfähig ist.

 Wenn Sie Ihre Privathaftpflichtversicherung vergleichen, sollten Sie nicht nur nach dem Preis gehen, sondern sich auch immer die eingeschlossenen Leistungen, eventuelle Zusatzleistungen wie auch Ausschlüsse genauer ansehen.

 

 

Hausratversicherung

Mit einer Hausratversicherung schützen Sie Ihr Hab und Gut (Hausrat) vor der Zerstörung oder Beschädigung bei Brand, Blitzschlag, Explosion, Vandalismus, durch Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Auch wenn Teile Ihres Hausrats durch Einbruchdiebstahl oder (versuchten) Raub abhanden kommen, leistet die Hausratversicherung.

Vorausgesetzt, Sie haben eine ausreichend hohe Versicherungssumme angesetzt, die auf jeden Fall dem Neuwert des gesamten Hausrats entsprechen sollte.

Im Falle einer Unterversicherung (Versicherungssumme ist zu niedrig) darf die Versicherungsgesellschaft bei der Regulierung des Schadens die Entschädigung im entsprechenden Verhältnis kürzen.

 Auf den diversen Vergleichsportalen geben Sie dann einfach die Postleitzahl Ihres Versicherungsortes, die Wohnfläche in qm sowie Art und Bauweise des Gebäudes, in dem die Wohnung liegt, an.

Zudem können Sie zusätzliche Leistungseinschlüsse wählen, wie

- Fahrraddiebstahl,
- Überspannungsschäden,
- Glasbruch,
- Elementarschäden.

 
Wie immer gilt auch hier, nicht nur nach dem Preis schauen, sondern immer auch die Leistungen vergleichen. Die stehen ganz genau im Kleingedruckten (Bedingungen).

 

Wohngebäudeversicherung

Auch diese Versicherung bietet unter Umständen erhebliches Einsparpotential, denn die vielen Tarife der einzelnen Versicherungsgesellschaften unterscheiden sich zum Teil deutlich. Ein Wechsel des Anbieters kann erhebliche Prämieneinsparungen zur Folge haben. Allerdings sollte man sich vorher schon ein wenig damit beschäftigen, um die richtige Wahl treffen zu können.

Die Wohngebäudeversicherung wird in der Regel zum gleitenden Neuwert abgeschlossen, d. h. auf der Grundlage des Versicherungswertes 1914, der dann die sogenannte Versicherungssumme 1914 bestimmt. Mit dem gleitenden Neuwertfaktor, der jährlich dem amtlichen Baupreisindex angepasst wird, werden Versicherungsprämien wie auch Entschädigungssummen dem heutigen Preisstandard angeglichen. Damit wird automatisch die Gefahr einer Unterversicherung gemindert, da Kostensteigerungen in den Baupreisen jährlich berücksichtigt werden.

 

Für die Berechnung der Prämie werden unter anderem die folgenden Merkmale herangezogen:

 

* Bauart des Gebäudes,
* Nutzung des Gebäudes,
* zusätzliche Einschlüsse,
* besondere Gefahren,
* gefahrerhöhende Anlagen,
* unterschiedliche Tarifzonen für die Gefahren Leitungswasser und Sturm.

 

Auch hier gilt, nicht allein der Preis ist ausschlaggebend, das Preis-/ Leistungsverhältnis muss stimmen.

 

 

Vergleiche von Produkten zur Altersvorsorge, zur Berufsunfähigkeitsabsicherung, zur Unfallabsicherung  oder auch Kreditvergleiche sollten Sie nur dann nutzen, wenn Sie sich im Vorfeld ausreichend informiert haben. Denn da geht es meist nicht nur um eine ausreichende Versicherungssumme, sondern eher um die Bedingungen, die für den Laien oft undurchschaubar sind. Bei Kreditvergleichen ist nicht nur der Zinssatz und die Rate wichtig. Ausschlaggebend sind die vielen zusätzlichen Kosten, die meist nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, sondern ebenfalls im Kleingedruckten stehen.

Eine Reaktion zu “Online Versicherungsvergleiche - nicht in jedem Fall empfehlenswert”

  1. Absicherung für Wohngebäude - Blog zu Finanzen & Versicherungen

    […] 1914 errechnen. Diesen Wert erhält man durch einen Blick ins Grundbuch. Mit dem sogenannten gleitenden Neuwertfaktor kann dieser in den heutigen Wert in Euro umgerechnet werden. Weiterhin fließen in die […]

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