Lockangebote beim Tagesgeld

Die Phantasie einiger Banken kennt kaum Grenzen, wenn es darum geht, neue Kunden zu werben.

Dabei hat es der Verbraucher wahrlich nicht immer leicht, die lukrativen Anlageversprechen zu vergleichen. Denn auf den ersten Blick sieht das meist ganz toll aus, wenn da nicht das eine oder andere Sternchen (*) hinter dem Angebot stehen würde.
Diese Sternchen verweisen auf das Kleingedruckte, welches die meisten Verbraucher gar nicht lesen.

Doch genau das sollten Sie!

Denn auch beim Tagesgeld gilt: Lesen Sie ausführlich die Bedingungen, bevor Sie ein solches Angebot annehmen. Es gibt eine Menge Einschränkungen, ehe Sie als Kunde den hohen Zinssatz für Ihr Geld bekommen.

Denken Sie immer daran, Banken haben nichts zu verschenken!

Beispiel:  Postbank Tagesgeld

Wann waren Sie das letzte Mal in Ihrem Postamt? Hat Sie die Schalterangestellte auch auf das Tagesgeld mit 4,5% Zinsen aufmerksam gemacht?

Hört sich ja erstmal richtig gut an:  4,5% - doch was wollen (sollen) mir die Sternchen sagen?

Diesen Zinssatz gibt es nicht unbegrenzt, sondern nur für 6 Monate. Außerdem gilt dieser Zinssatz ab dem ersten Euro bis maximal 24.999,- €.

Vorsicht: Zahlen Sie 25.000,- € ein, also nur 1 Euro mehr, gibt’s nur 3,5% und damit ca. 125,- € weniger Zinsertrag über die 6 Monate.

24.999,- €  x  4,5%  =  562,48 € Zinsertrag für 6 Monate

25.000,- €  x  3,5%  =  437,50 € Zinsertrag für 6 Monate

Differenz:  124,98 €

Selbst wenn Sie durch eine Zinsgutschrift über die 24.999,- € kommen, erhalten Sie nur die 3,5%.

Und noch eine Hürde müssen Sie nehmen. Haben Sie schon ein Postbank Girokonto, dann gibt’s auch keine 4,5 %, denn Sie gelten dann nicht als Neukunde.
Das Tagegeldkonto mit diesem Zins gibt es auch nicht solo, sondern nur in Verbindung mit dem Girokonto (Neuabschluß).

Dazu sollten Sie noch wissen, dass das beworbene kostenlose Girokonto der Postbank nicht in jedem Fall kostenlos ist. Auch dafür steht ein *.  Nur bei regelmäßigem monatlichen bargeldlosen Geldeingang von 1.250,- € zahlen Sie nichts. Liegt der monatliche Geldeingang darunter, zahlen Sie beim “Giro Plus” 5,90 € und beim “Giro Extra Plus” sogar 9,90 € monatlich.

Und die kostenlose VISA-Card ist auch nur im ersten Jahr wirklich kostenlos. Ab dem zweiten Jahr kostet sie 20,- €.

Fazit:

Girokonto zum Nulltarif und traumhafte Tagesgeldzinsen  -  damit läßt sich auf jeden Fall Aufmerksamkeit erregen. Viele Verbraucher schauen eben nur auf solche Werbesprüche.

Doch mit den Sternchen (*) ist das Angebot nur noch mittelmäßig.
Denn es gibt tatsächlich Banken, die ein Girokonto zum Nulltarif und auch sehr gute Tagesgeldkonditionen haben, ohne zeitliche oder wertmäßige Beschränkung.

Einen Kommentar schreiben