Geldmarktfonds - eine gute Alternative zum Tagesgeld?
Für die kurzfristige Geldanlage gibt es neben dem Tagegeldkonto auch noch die Möglichkeit des Geldmarktfonds.
Während Sie beim Tagegeldkonto Ihr Geld einer Bank geben, die dann mit Ihrem Geld arbeitet, um Ihnen die Tagegeldzinsen zahlen zu können, legen Sie Ihr Geld in einem Geldmarktfonds direkt am Geldmarkt an.
Der Geldmarkt ist sozusagen das Zentrum unserer Volkswirtschaft. Banken oder auch große Industriekonzerne leihen sich hier kurzfristig Kapital für Investitionen oder um Außenstände zu begleichen. Dabei kann die Laufzeit solcher Ausleihen zwischen einem Tag und einem Jahr liegen.
Die Geldmarktfonds stellen hierbei das eingesammelte Geld der Sparer für diese Ausleihungen zur Verfügung und bekommen dafür einen marktüblichen Zins.
Doch die weltweite Krise an den Finanzmärkten, ausgelöst durch die US-Hypothekenkrise ist auch an den Geldmarktfonds nicht spurlos vorbeigegangen.
Denn einige Geldmarktfonds haben in Anleihen investiert, die u.a. mit Forderungen aus Immobilienkrediten abgesichert waren. Können die Schuldner dieser Sicherheiten ihre Zahlungen nicht mehr leisten, dann kann man nicht mehr von einer sicheren Anleihe ausgehen und die Geldmarktfonds kommen in Turbulenzen. Es kommt zu einem unkalkulierbaren Risiko, welches den an sich als absolut sicher geltenden Geldmarktfonds spekulativ erscheinen läßt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass einige Geldmarktfonds erhebliche Verluste verbuchen mußten.
Lesen Sie dazu folgende Artikel:
Böse Überraschung für Kleinanleger
http://www.abendblatt.de/daten/2007/10/17/805712.htm
Geldmarktfonds machen Verluste
http://www.abendblatt.de/daten/2007/10/17/805658.html
Viele Anleger werden das noch gar nicht bemerkt haben. Sie gehen davon aus, dass sie eine absolut sichere Anlage gewählt haben.
Sollten Sie ihr Geld in einem Geldmarktfonds geparkt haben, dann schauen Sie sich Ihren Fonds am besten gleich mal etwas genauer an. Wie war die Rendite in den letzten Wochen und Monaten? Vielleicht gehört ja Ihr Fonds auch zu den Verlustbringern.
Das sollten Sie ganz schnell ändern.
Besser ein Tagegeldkonto als einen Geldmarktfonds wählen
Die bessere Alternative ist auf jeden Fall das Tagegeldkonto. Bei Bedarf haben Sie sofort Zugriff auf Ihr Geld, die Zinsen liegen aktuell auf einem relativ hohen Niveau und vor allem haben Sie kein Kursrisiko.
Die Bank zahlt Ihnen einen garantierten Zins, der allerdings von Seiten der Bank variabel angepasst werden kann. D.h. ändert die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen, werden die Banken nachfolgend auch den Tagesgeldzinssatz ändern. Der Termin der Änderung wird Ihnen meist schriftlich mitgeteilt.
















Am 6. September 2008 um 17:01 Uhr
[…] Blog „Finanzielles Grundwissen“ schreibt in seinem Beitrag: „ Geldmarktfonds – eine gute Alternative zum Tagesgeld“ sehr anschaulich, was es mit Geldmarktfonds auf sich hat. Auch die steueroptimierten […]
Am 16. September 2008 um 12:19 Uhr
Aber ist doch so, dass das Geld bei Geldmarktfonds Bankenunabhängig angelegt wird. Bei einem Tagesgeldkonto sind die Zinsen doch direkt abhängig von der jeweiligen Bank. Das heißt, wenn der Bank “danach” ist bzw. die Konkurrenz die Zinsen der Tagesgeldkonten aus irgendeinem Grund senken, gehen auch die Zinsen bei meiner Bank runter. Bei Geldmarktfonds ist man also nicht so sehr von der Laune Bank abhängig….oder sehe ich das falsch?
Am 16. September 2008 um 21:06 Uhr
Hallo Oliver,
grundsätzlich haben Sie Recht, die Zinsen bei einem Tagegeldkonto sind generell variabel und können von der jeweiligen Bank nach eigenem Ermessen aufgrund von Leitzinserhöhungen oder -senkungen auch individuell angepasst werden. Da haben die Banken relativ freien Spielraum.
Der Geldmarktfonds ist ein Investmentfonds und damit nicht abhängig von einer Bank und deren Zinsen. Er investiert hauptsächlich in Geldmarktpapiere (Schuldverschreibungen) mit relativ kurzen Laufzeiten. Dadurch entstehen kaum Schwankungen, das Ausfallrisiko liegt praktisch bei null. Im Prinzip eine sichere Geldanlage. Wenn es da nicht den einen oder anderen Fondsmanager geben würde, der versucht, die relativ mageren Renditen der letzten Jahre zu erhöhen. Höhere Rendite bedeutet aber auch immer ein höheres Risiko für den Anleger. So gab es Fondsmanager, die in so genante ABS-Papiere, das sind Verbriefungen von Darlehenspaketen, auch aus dem Immobilienbereich, investierten, die dann im Zuge der US-Immobilienkrise zum Verlust führten.
Als Anleger weiss man in der Regel nicht, in welche Papiere der Manager des Geldmarktfonds investiert und ob und wie viel Risiko tatsächlich besteht. Auch wenn die Mehrheit der Geldmarktfonds relativ sichere Erträge bringt, so bleibt dennoch ein Restrisiko für den Anleger bestehen.
Beim Geldmarktfonds ist man also nicht von der Laune der Bank abhängig, dafür aber vom Fondsmanager und seinen Fähigkeiten. Und da man die als Anleger nur schwer einschätzen kann, ist meiner Meinung nach das Tagegeld die bessere Variante.
Am 26. September 2008 um 13:13 Uhr
Hallo admin,
Danke für die ausführliche Antwort!
Am 18. Februar 2009 um 12:13 Uhr
Hallo,
mal eine Frage zu der Entwicklung der Geldmarktfonds in den letzten Monaten. Ich kann mir vorstellen, das noch mehr Geldmarktfonds in finanzielle Probleme gekommen sind, weil die Herausgeber der Anleihen, in die die Fonds investiert haben, auch in finanziellen Nöten stecken. Deswegen würde ich mal gerne neue Informationen zu der jüngsten Entwicklung der Geldmarktfonds haben…Mal noch etwas das Internet zu dem Thema durchforsten.