Garantiefonds - null Risiko plus Renditechance

Die risikoscheuen deutschen Anleger suchen auch Jahre nach dem Platzen der sogenannten Internetblase im Jahr 2000 / 2001 immer noch nach Sicherheit und haben dabei die Kursgewinne der letzten Jahre glatt verpasst.
Bloß kein Geld mehr verlieren!

Die Mehrzahl der Kleinanleger, die oft nur aufgrund der Werbeversprechen ihr Geld in den späten 90iger Jahren z.B. in die Telekom-Aktie investierten und Verluste von mehr als 50 % hinnehmen mußten, wünschen sich heute warscheinlich,  niemals Aktien gekauft zu haben. Vielen Anlegern war sicher nicht klar, dass es an der Börse eben keine garantierten Gewinne gibt.

Und die Banken?

Die wissen ganz genau, was Ihre Kunden jetzt wollen. Einerseits wollen Sie sicher sein, das eingezahlte Kapital nach z.B. 10 Jahren wieder zurückzuerhalten, andererseits wollen sie das Kapital natürlich auch vermehren. Da sich ja langfristig an der Börse die größten Renditechancen ergeben, möchte der Anleger natürlich auch davon profitieren, nur eben ohne Risiko.

Ist der Garantiefonds wirklich die optimale Lösung für Sicherheit und Rendite?

Der Name sagt es schon - ein Aktienfonds mit Garantie. Also optimal, oder?
Doch Garantien kosten Geld. Banken lassen sich die vermeintliche Sicherheit teuer bezahlen. Denn wie schon gesagt, garantierte Gewinne gibt es an der Börse nicht.
Sie investieren hier direkt in die Wirtschaft. Und mit der Wirtschaft geht es mal bergauf und auch mal bergab. Genauso sieht auch der Kursverlauf einer Aktie oder eines Aktienfonds aus.
Wie kann die Bank da eine Garantie geben? Auch sie kann nicht hellsehen, wie sich der Kurs entwickelt, oder?

Ganz einfach:

Angenommen, Sie haben 50.000,- € aus einer Lebensversicherung ausgezahlt bekommen, die Sie nun einerseits sicher, andererseits auch lukrativ für die nächsten 10 Jahre anlegen wollen.
Die Bank empfiehlt Ihnen einen Garantiefonds, da haben Sie beides in einem Produkt.
Sie sind begeistert, doch noch mehr freut sich Ihre Bank, denn für die ist es ein super Geschäft.

Sie zahlen der Bank also die 50.000,- €. Davon werden zuerst einmal die Gebühren (Ausgabeaufschlag, ca. 5 %) abgezogen. Dann bleiben 47.500,- € übrig. Die müssen nach 10 Jahren auch noch da sein. Also muß die Bank dieses Geld relativ sicher anlegen. Dafür eignen sich z.B. Rentenpapiere, die weniger Schwankungen aufweisen, als reine Aktienfonds. Rentenfonds erwirtschaften allerdings auch nur ca. 4-5 %. Doch die Bank muß ja nicht alles Geld so anlegen.
Wenn sie beispielsweise 38.500,- € in solche Rentenpapiere zu ca. 4 % investiert, dann hat sie nach 10 Jahren incl. der Zinsen die 47.500,- € wieder zusammen. Und damit hat sie nun 9.500,- € zur Verfügung, mit denen sie spekulieren kann. Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Bank damit macht, wo sie dieses Geld investiert, dann  müssen Sie schon direkt danach fragen oder zumindest das Kleingedruckte lesen . Doch meist steht auch dort nicht eindeutig, in welches Papier wirklich investiert wird. Und sollte die Bank ein glückliches Händchen haben und sich das Papier innerhalb der 10 Jahre  beispielsweise verdoppeln,  heißt das nicht unbedingt, dass Sie zu 100 % daran beteiligt werden.

Banken arbeiten nicht umsonst. Sie verdienen einerseits am Ausgabeaufschlag und andererseits auch an der erzielten Rendite. Diese ist bei Garantiefonds begrenzt und meist gibt es sie nur zum Laufzeitende. Wollen oder müssen Sie vorher an Ihr Geld, kann es unter Umständen auch zum Verlust kommen. Welche Garantie der einzelne Garantiefonds tatsächlich bietet, steht immer in den Verkaufsunterlagen, im sogenannten Kleingedruckten. Doch gerade das wird von vielen Verbrauchern nicht gelesen und stattdessen der Bank vertraut.

Übrigens, was in keinen Verkaufsunterlagen drinsteht und dennoch immens wichtig für Sie ist, ist der Kaufkraftverlust durch die jährliche Preissteigerung. Bezieht man diesen nämlich mit ein,  dann lohnt sich ein Garantiefonds nicht einmal, wenn man ihn bei Emission kauft und wirklich bis zur Fälligkeit liegen läßt. Der Ertrag liegt meist kurz über der Inflationsrate und damit haben Sie nicht wirklich was erreicht.

Bauen Sie sich doch einfach Ihre eigene Garantie!

Legen Sie gut 3/4 des zur Verfügung stehenden Betrages auf ein gut verzinstes Tagegeldkonto zu ca. 4 % Zinsen. Den Rest legen Sie in einen langfristig erfolgreichen internationalen Aktienfonds. Nach 10 Jahren haben Sie auf dem Tagegeldkonto (vorausgesetzt die Zinsen bleiben stabil) den ursprünglichen Betrag wieder zusammen und bei einer guten Entwicklung des Aktienfonds bleibt Ihnen ein deutlicher Gewinn übrig. Wenn Sie den Aktienfonds bei einem Diskountbroker oder einem Fondsvermittler zeichnen, der Ihnen den Ausgabeaufschlag erläßt, sparen Sie sich sogar die Kosten.
Sehen Sie selbst. Nach 10 Jahren hätten Sie die 47.500,- € auf dem Tagegeldkonto zu stehen und zusätzlich wären auf dem Fondskonto knapp 20.000,- €. Und das alles ohne Risiko!

Tagegeldkonto Fondssparplan
Jahr
Jährl. Einzahlung Guthaben Jährl. Einzahlung Guthaben
monatl. Rate jährlicher Zins monatl. Rate jährlicher Zins
0,00 € 4,00% 0,00 € 8,00%


1 38.500,00 € 40.040,00 € 9.000,00 € 9.720,00 €
2 0,00 € 40.840,80 € 0,00 € 10.497,60 €
3 0,00 € 41.657,62 € 0,00 € 11.337,41 €
4 0,00 € 42.490,77 € 0,00 € 12.244,40 €
5 0,00 € 43.340,58 € 0,00 € 13.223,95 €
6 0,00 € 44.207,40 € 0,00 € 14.281,87 €
7 0,00 € 45.091,54 € 0,00 € 15.424,42 €
8 0,00 € 45.993,37 € 0,00 € 16.658,37 €
9 0,00 € 46.913,24 € 0,00 € 17.991,04 €
10
0,00 € 47.851,51 €
0,00 € 19.430,32 €

Oder Sie steuen das gesamte Kapital auf 5 verschiedene Fonds, die in unterschiedlichen Branchen, Ländern und Firmen investieren und sorgen somit für eine gewisse Sicherheit. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass niemals alle Fonds gleichzeitig hohe Verluste wie auch gleich hohe Gewinne erwirtschaften.
Selbst wenn 2 der 5 gewählten Fonds Ihr Geld vernichten,  die anderen 3 Fonds jedoch durchschnittlich gute Ergebnisse bringen, hätten Sie keinen Verlust gemacht.

Sehen Sie selbst:

Jahr
Fonds 1 Fonds 2 Fonds 3 Fonds 4 Fonds 5


9.500,00 € 9.500,00 € 9.500,00 € 9.500,00 € 9.500,00 €


Rendite Rendite Rendite Rendite Rendite


Totalverlust 4,00% 7,00% 12,00% Totalverlust







1
9.500,00 € 9.880,00 € 10.165,00 € 10.640,00 € 9.500,00 €
2
0,00 € 10.275,20 € 10.876,55 € 11.916,80 € 0,00 €
3
0,00 € 10.686,21 € 11.637,91 € 13.346,82 € 0,00 €
4
0,00 € 11.113,66 € 12.452,56 € 14.948,43 € 0,00 €
5
0,00 € 11.558,20 € 13.324,24 € 16.742,25 € 0,00 €
6
0,00 € 12.020,53 € 14.256,94 € 18.751,32 € 0,00 €
7
0,00 € 12.501,35 € 15.254,92 € 21.001,47 € 0,00 €
8
0,00 € 13.001,41 € 16.322,77 € 23.521,65 € 0,00 €
9
0,00 € 13.521,46 € 17.465,36 € 26.344,25 € 0,00 €
10
0,00 € 14.062,32 € 18.687,94 € 29.505,56 € 0,00 €







Gesamtergebnis:










62.255,82 €



Vergangenheitswerte sind keine Garantie für die Zukunft!

Ohne Berücksichtigung der Kosten, bei einer angenommenen gleichbleibenden Wertentwicklung von 4 %, 7 % und 12 %, das Geld in den anderen 2 Fonds ist weg.

Aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten sollten Sie sich auf jeden Fall von einem unabhängigen Berater unterstützen lassen. Er kennt sich wesentlich besser aus und hat viel mehr Erfahrung.

Entscheiden Sie selbst, was besser ist, der Garantiefonds der Bank oder eine selbst erstellte Garantie.

 

Eine Reaktion zu “Garantiefonds - null Risiko plus Renditechance”

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    […] vermag ich nicht so nachzuvollziehen. Gar keine Frage, ich moechte wie jeder hier moeglichst viel fuer moeglichst wenig Arbeit erhalten. Und weniger fuer mehr Arbeit schon gar nicht. Eigentlich eine […]

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