Eine optimale Beratung - wie sollte sie ablaufen?
Kennen Sie den Spruch:
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
In vielen Bereichen des täglichen Lebens setzen wir diesen Spruch unbewußt und doch konsequent um.
Beispiele:
Wenn Sie am Geldautomaten Geld abheben, zählen Sie anschließend die Scheine nach, ob die Summe auch stimmt, oder?
Wenn Sie sich ein paar neue Schuhe oder ein neues Kleidungsstück kaufen, dann probieren Sie es vorher an. Sie kontrollieren, ob es auch wirklich passt, ob die Qualität stimmt und ob der Preis angemessen ist.
Wenn Sie ein Haus kaufen wollen und einen Makler nach Angeboten fragen, prüfen Sie anschließend auch ganz genau die verschiedenen Angebote. Sie entscheiden sich erst zum Kauf, wenn Sie alles geprüft und die Angebote miteinander verglichen haben. Sie würden doch niemals dem Immobilienmakler blind vertrauen und gleich das erstbeste Angebot unterschreiben, oder?
Wenn Sie Schmerzen haben, gehen Sie zum Arzt Ihres Vertrauens. Doch auch ihm würden Sie nicht blind vertrauen, wenn er Ihnen beispielsweise gleich nach der Begrüßung ein Medikament (oder ein Rezept für das Medikament) in die Hand drückt, mit den Worten: Damit bekommen Sie Ihre Schmerzen in den Griff.
Oder würden Sie diesem Arzt tatsächlich vertrauen und die Medikamente nehmen, obwohl er Sie nicht einmal untersucht und auch keine Diagnose gestellt hat? Obwohl Sie gar nicht wissen, welche Krankheit Sie haben?
Sie würden sich warscheinlich einen neuen Arzt suchen, oder?
Wenn Sie ein gesundheitliches Problem haben, dann erwarten Sie doch von einem guten Arzt, dass er
… Sie ausführlich dazu befragt,
… Sie anschließend gründlich untersucht,
… Ihnen dann die Diagnose stellt und zum Schluß
… Ihnen alle möglichen Behandlungsmethoden erklärt.
Bei sehr ernsthaften Erkrankungen würden Sie vielleicht auch noch eine zweite Meinung, von einem Spezialisten, einholen. Schließlich geht es hier um Ihre Gesundheit. D.h. Sie wollen ganz sicher sein, dass die empfohlene Behandlung in Ihrem Fall auch wirklich hilft.
Sie fragen sich jetzt sicher, was hat das alles mit dem Thema Finanzen zu tun?
Wie sollte denn Ihrer Meinung nach eine optimale Beratung zum Thema Finanzen ablaufen?
Vielleicht ähnlich wie bei einem Arzt?
1. Gespräch
Sie setzen sich mit Ihrem Berater an einen Tisch und schildern ihm erstmal Ihr Problem (z.B. Angst vor Altersarmut).
2. Untersuchung
Der Berater erfäßt alle wichtigen Angaben zu Ihrer Person, zum Beruf und Einkommen, zu bereits vorhandenen Verträgen und Vermögen. Er fragt Sie nach Ihren Wünschen und Anlagezielen sowie Ihrer Risikoneigung.
Für den Berater sind diese Angaben genauso wichtig, wie für den Arzt Ihre früheren Krankheiten und derzeitigen Medikamente.
Nur nach Auswertung aller Informationen kann er eine richtige Diagnose stellen.
3. Diagnose
Bevor der Berater mit Ihnen gemeinsam eine Anlagestrategie erarbeitet, klärt er Sie über eine bedarfsgerechte Existenzsicherung (Private Haftpflicht, Berufsunfähigkeitsabsicherung usw.) auf, zeigt Ihnen, welche bereits vorhandenen Verträge gut gewählt sind und welche optimiert werden sollten.
Er informiert Sie über verschiedene Anlagemöglichkeiten, deren Vor- und Nachteile und natürlich über die Kosten. All das erhalten Sie schriftlich ausgearbeitet, damit Sie zu Hause ganz in Ruhe nochmal alles überdenken können.
4. Behandlung
Wie beim Arzt erfordert es auch hier mitunter mehrere (Behandlungs-) Termine, um auch noch die letzten Fragen zu klären.
Sie wissen ja: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Erst wenn Sie beide ein gutes Gefühl bei diesem Geschäft haben und alle Unklarheiten beseitigt sind, unterschreiben Sie die Verträge.
So würde eine optimale Beratung durch einen unabhängigen Makler ablaufen.
Mal ganz ehrlich:
Wenn Sie an den letzten Besuch Ihres Versicherungsvertreters oder Finanzberaters denken, was würden Sie dann sagen. War es eine optimale Beratung oder doch nur ein Produktverkauf? Und wissen Sie heute noch, was Sie gekauft haben und für welchen Zweck?
Für unsere langfristige Gesundheit erwarten wir, dass unser Arzt nach einer gründlichen Untersuchung eine korrekte Diagnose stellt, uns über alle Behandlungsmöglichkeiten aufklärt und anschließend eine erfolgreiche Behandlung durchführt. Zur Sicherheit holen wir meist noch eine zweite Meinung ein.
Und was machen die meisten Menschen für Ihre finanzielle Gesundheit?
Sie lassen sich ein Produkt verkaufen, meist ohne zu wissen, welche Bedingungen gelten. Und wundern sich dann, wenn Sie im Ernstfall nicht die erwünschte Leistung bekommen.
Würden Sie ein Auto kaufen, wenn Sie nicht wissen, wie es funktioniert und welche Besonderheiten es hat? Oder etwa doch?
Wir müssen lernen, auch bzw. gerade für das Thema private Finanzen die Verantwortung zu übernehmen.
Das bedeutet: Nicht blind vertrauen , sondern im Vorfeld umfassend und neutral informieren und vor allem kritisch nachfragen. Je besser Sie sich vorher informieren, desto selbstbewußter können Sie dem Berater entgegentreten. Sie merken dann sehr schnell, ob er Ihnen nur ein Produkt verkaufen will oder Sie kompetent beraten kann.















