Beratung kostet Sie immer Geld
Egal, ob die Beratung gut oder weniger gut ist.
Auch wenn Sie Ihrem Versicherungsvertreter oder Ihrem Bankberater kein Honorar für eine Beratung zahlen (wie z.B. beim Steuerberater), so kostet Sie diese trotzdem Geld. Denn Sie zahlen es versteckt mit dem Abschluß eines Vertrages.
Versicherungsvermittler, wie auch Bank- und Finanzierungsberater leben von dem Verkauf ihrer Produkte. Von einer Beratung allein kann der Vermittler nämlich nicht leben.
Mit Ihrer Unterschrift unter den Vertrag zahlen Sie automatisch eine Gebühr für die zuvor erfolgte Beratung. Selbst wenn der Versicherungsvermittler Ihnen nur das eine Produkt vorstellt und damit keine ausführliche Beratung stattfand, zahlen Sie dafür.
Denn der Vermittler erhält mit jedem Vertragsabschluß eine sogenannte Provision, die z.B. bei einer Kapitallebensversicherung nach der Beitragssumme (Jahresbeitrag X Laufzeit) berechnet wird.
Die meisten Verbraucher jedoch wollen für eine Beratung, z.B. zur Altersvorsorge, kein Geld zahlen. Deshalb greifen viele immer wieder auf den Versicherungsvertreter oder Bausparberater von nebenan zurück, denn der kostet ja angeblich kein Geld.
Doch das ist ein Trugschluß!
Er kostet sehr wohl Geld. Geld, das Sie mit Ihren ersten Beiträgen in den Vertrag zahlen.
Ein Beispiel: Der Bausparvertrag
Viele Verbraucher besparen einen Bausparvertrag, auch wenn sie nicht bauen wollen. Denn da gibt es ja sichere Zinsen. Und wenn Sie das Darlehen später nicht brauchen, erhalten Sie in der Regel auch rückwirkend einen höheren Zinssatz. Bei sehr guten Anbietern kann der Zinssatz durchaus gut 4% betragen.
Doch auch ein Bausparvertrag kostet Geld in Form von Gebühren. In der Regel sind das 1%, bei manchen Anbieter sogar 1,6% der Bausparsumme.
Für die Provision des Vertreters ist die Bausparsumme ausschlaggebend. Je höher diese ist, desto höher ist seine Provision. Deswegen wird er Ihnen immer eine hohe Bausparsumme empfehlen. Doch bedenken Sie, von dieser Bausparsumme zahlen Sie 1% (oder 1,6%) Gebühren, die mit Ihren ersten Beiträgen verrechnet werden.
10.000,- € Bausparsumme = 100,- € Abschlußgebühr (1%)
50.000,- € Bausparsumme = 500,- € Abschlußgebühr (1%)
D.h. Ihr Bausparvertrag beginnt im Minus.
Wenn Sie beim Ausfüllen des Antrages nicht aufpassen, haben Sie zusätzlich noch die kostenpflichtige Zeitschrift der Bausparkasse bestellt.
All diese Kosten schmälern natürlich die Rendite des Bausparvertrages.
Bei der Lebensversicherung ist das ähnlich. Auch hier erhält der Vertreter eine Provision auf Grundlage der Beitragssumme, die in den ersten 1-2 Jahren mit Ihren Beiträgen verrechnet wird. Auch hier startet der Vertrag im Minus, bis die Kosten beglichen sind. Das können Sie sehr gut in Ihrem eigenen Vertrag sehen, beim Verlauf der Rückkaufswerte. In den ersten 2 Jahren ist so gut wie kein Rückkaufswert vorhanden.
Es ist selbstverständlich, daß auch Versicherungsvermittler, Bank- oder Finanzierungsberater nicht umsonst arbeiten. Das würden Sie und ich auch nicht tun.
Doch wenn Sie schon für eine Beratung zahlen müssen, dann sollte sie auch objektiv und umfassend sein, oder? Das können und sollten Sie verlangen.
Lassen Sie sich zukünftig vor dem Abschluß wichtiger Finanzverträge unbedingt unabhängig und neutral beraten.
Fragen Sie lieber einmal mehr, als einmal zu wenig. Unterschreiben Sie keinen Vertrag, weil der Vermittler es will.
Denken Sie immer daran: Sie zahlen dafür, heute die Abschlußgebühr, später vielleicht die Fehlentscheidung.















