Die eigene Arbeitskraft - Ihr wichtigstes Kapital
Wer seine eigene Arbeitskraft durch Krankheit oder Unfall verliert und künftig kein eigenes Einkommen mehr erwirtschaften kann, wird dieses Risiko kaum selbst tragen können.
Plötzlich nicht mehr arbeiten können, darüber machen sich hauptsächlich diejenigen Gedanken, die schon erkrankt oder älter sind. Dann ist es für eine Absicherung meist zu spät, denn vorhandene Erkrankungen werden in der Regel vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Außerdem steigt der Beitrag für eine solche Absicherung mit zunehmenden Alter enorm an.
Besonders wichtig ist diese Absicherung vor allem für Berufseinsteiger, aber auch für junge Familien, die meist noch keine oder nur geringe Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben, sowie für Selbständige.
Leider sehen viele Berufseinsteiger dieses Risiko nicht. Gerade für Berufseinsteiger gibt es während der ersten fünf Berufsjahre keinerlei staatliche Absicherung. Wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, kann zukünftig kein Geld mehr verdienen und wird so schnell zum Sozialfall. Auch Berufseinsteiger werden älter und mit dem Alter kommen dann auch gesundheitliche Probleme. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt in diesem Fall eine monatliche BU-Rente, im Idealfall bis zum Rentenalter. Junge Menschen haben zudem 2 entscheidende Vorteile, sie sind einerseits noch gesund, so dass sie ohne Probleme eine Absicherung bekommen. Andererseits ist der Beitrag in jungen Jahren noch relativ günstig.
Viele Verbraucher wissen gar nicht, dass es seit dem 01.01.2001 keine gesetzliche Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsrente mehr gibt.
Für alle, die nach dem 01.01.1961 geboren sind gilt:
Wer täglich noch 6 Stunden auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann, bekommt keine Rente
Beispiel: ein Maschinenbauingenieur muß notfalls als Pförtner arbeiten
Wer täglich noch zwischen 3 und 6 Stunden auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann, bekommt die halbe Erwerbsminderungsrente
(max. 19% des letzten monatlichen Bruttoeinkommens)
Wer täglich weniger als 3 Stunden auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann, bekommt die volle Erwerbsminderungsrente
(max. 38% des letzten monatlichen Bruttoeinkommens)
Sie sehen, die Erwerbsminderungsrente vom Staat reicht keinesfalls aus, um den Lebensstandard zu sichern. Zudem bekommt diese Rente nur der, der gar keine Tätigkeit mehr ausüben kann. Dabei spielt die Qualifikation keine Rolle. Jede Tätigkeit ist zumutbar, abgesehen davon, ob es dafür einen Bedarf (freie Stelle) gibt oder nicht.
Die Absicherung Ihrer Arbeitskraft liegt in Ihrer Hand. Wenn Sie heute Geld verdienen, dann sollten Sie mit einem Teil davon für den Ernstfall vorsorgen.
Es sei denn, Sie sind sehr vermögend und haben im Fall der Fälle genügend Reserven. Doch wer hat das schon.
Wenn Sie schon mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen, dann sollten Sie auf jeden Fall Ihre Vertragsbedingungen genauestens prüfen und bei Unklarheiten unbedingt einen Fachmann (unabhängigen Berater) fragen. Nur so können Sie vermeiden, jahrelang in einen Vertrag einzuzahlen und bei eingetretener Berufsunfähigkeit dann doch keine Rentenzahlung zu erhalten.
In den Bedingungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung unter §2 (Kleingedrukten) steht mehr oder weniger eindeutig, wann Berufsunfähigkeit vorliegt.
Eine optimale Absicherung sollte mindestens den Verzicht auf abstrakte Verweisung , besser zusätzlich noch den Verzicht auf konkrete Verweisung enthalten.
In den Bedingungen steht dazu meist:
Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn …
… außerstande ist, Ihren Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben … .
Damit kann der Versicherer Ihnen eine andere Tätigkeit zumuten, er kann Sie praktisch auf eine andere Tätigkeit verweisen, die Sie trotz Ihrer gesundheitlichen Probleme noch ausüben könnten. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Bedarf für diese Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt überhaupt vorhanden ist.
Eine Berufsunfähigkeitsrente bekommen Sie in dem Fall nicht.
Besser wäre es, wenn in Ihren Bedingungen der zuletzt bei Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübte Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Einschränkungen ausgestaltet war, zugrunde gelegt wird.
Achten Sie auch auf die Laufzeit Ihres Vertrages. Viele haben Ihren Berufsunfähigkeitsschutz bis zum 60. Lebensjahr abgeschlossen. Doch was wäre, wenn Sie mit 55 Jahren berufsunfähig werden würden? Dann bekommen Sie noch 5 Jahre lang die BU-Rente, bis zum 60. Lebensjahr. Und dann? Sie müßten eigentlich bis zum 67. Lebensjahr arbeiten, doch das können Sie nicht. Sie sind ja berufsunfähig. Eine Rente bekommen Sie dann nicht mehr, weil Sie vielleicht heute am Beitrag gespart haben und eine kürzere Laufzeit gewählt haben. Das rächt sich später. Entweder Sie überbrücken die 7 Jahre bis zur Rente mit Ihrem Angesparten oder Sie beantragen vorzeitig Rente, mit enormen Abschlägen. Beides keine gute Lösung.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Höhe der versicherten BU-Rente. Hier schauen viele eher auf den Beitrag als auf die Höhe der Rente. Wenn Sie heute 2.000,- € monatliches Einkommen haben und berufsunfähig werden würden, wieviel monatliche BU-Rente bräuchten Sie dann, um Ihre laufenden Kosten zu decken? Sicher fallen berufsbedingte Kosten erst einmal weg, doch entstehen vielleicht zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit Ihrer Berufsunfähigkeit. Die versicherte BU-Rente ersetzt im Ernstfall Ihr derzeitiges und zukünftiges Einkommen. Deswegen sollte sie auch annähernd die Höhe Ihres derzeitigen Einkommens haben. Das ist natürlich auch eine Frage des Beitrages. Der ist umso höher, je höher die versicherte Rente ist. Doch sollten Sie eins bedenken:
Eine monatliche BU-Rente von 500,- € kann im Ernstfall kein Einkommen von 2.000,- € ersetzen. Selbst wenn Sie sich persönlich einschränken, werden Sie Ihre festen Kosten davon nicht zahlen können. Damit haben Sie vielleicht viele Jahre einen günstigen Beitrag gezahlt, sind aber im Ernstfall doch nicht abgesichert. Sie wären auf finanzielle Hilfe angewiesen. Das ist eigentlich nicht Sinn der Sache. Zudem darf man auch hier die Inflation nicht vergessen. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten werden in 30 Jahren eine andere Dimension haben, als heute. Von 500,- € BU-Rente können Sie dann nicht mal mehr Ihre Miete zahlen.
Also wenn schon Berufsunfähigkeitsabsicherung, dann auch ausreichend. Denn sonst kommt Ihre komplette Lebensplanung ins Wanken und Ihr mühsam aufgebauter Lebensstandard fällt wie ein Kartenhaus zusammen.















