Sinn und Zweck des Bausparens

Viele Verbraucher haben in ihrem Versicherungsordner auch mindestens einen Bausparvertrag. Pfiffige Webesprüche der verschiedenen Bausparkassen sorgen immer wieder dafür, dass Bausparverträge entweder als reine Geldanlage oder als günstige Finanzierungsform zur Realisierung des erträumten Eigenheims abgeschlossen werden.

Wie ist eigentlich das Bausparen entstanden und welchen Zweck erfüllt es heute?
Die Ursprünge des Bausparens reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Doch erst nach Ende des I. Weltkrieges gewann das Bausparen hierzulande so richtig an Bedeutung. Gründe dafür waren die explodierenden Grundstückspreise und Baukosten, die mit den angebotenen Darlehen der Sparkassen und Hypothekenbanken kaum noch finanziert werden konnten.
Es mußte eine andere Form der Finanzierung gefunden werden. Bauwillige Menschen fanden sich  zu einem sogenannten "kollektiven Sparverein" zusammen. So konnten sie die Finanzierung ihres eigenen Bauvorhabens durch gemeinsames Sparen ermöglichen.

Beispiel:

Angenommen, 10 Bauwillige fanden sich damals zusammen, um ein eigenes Haus zu finanzieren, Kosten damals rund 20.000 Mark pro Haus.
Angenommen, jeder der 10 Bauwilligen war in der Lage, 2.000 Mark pro Jahr zu sparen, dann konnte durch dieses kollektive Bausparen jeder innerhalb von 10 Jahren sein Haus bauen.
Bereits nach einem Jahr konnte der Erste mit seinem Bau beginnen, denn jeder der 10 Bauwilligen hatte bis Jahresende 2.000 Mark eingezahlt. Damit hatte der erste Bauherr seine 20.000 Mark zur Verfügung.
Der zweite Bauwillige konnte nach dem zweiten Jahr mit seinem Bau beginnen, denn dann hätten 9 Bauwillige je 2.000 Mark eingezahlt und der Zehnte hätte mit seiner Tilgung begonnen, also ebenfalls 2.000 Mark eingezahlt. Somit würden wieder 20.000 Mark zur Verfügung stehen..
Das geht so weiter, bis auch der zehnte Bauwillige die 20.000 Mark zur Verfügung hatte, um sein Haus zu bauen.
Die Zinsen sind hierbei noch nicht berücksichtigt, die fließen in die Verwaltung dieses Finanzierungsmodells. Damals entschied noch das Los darüber, wer als erster mit dem Bauen beginnen konnte.

Ganz so einfach ist es heute nicht mehr.
Es gibt hunderte von Tarifen und einige wichtige Kriterien, die der Verbraucher vor dem Abschluß eines Bausparvertrages unbedingt wissen sollte.
Die Konditionen der einzelnen Bausparkassen variieren sehr stark und sind für den Laien kaum vergleichbar.
Die meisten Verbraucher machen sich eh nicht die Mühe, mehrere verschiedene Angebote und auch Alternativen einzuholen und zu vergleichen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern setzt heute schon ein gewisses Grundwissen voraus, um die "Lockvogel-Angebote" zu durchschauen. Doch dieses Grundwissen haben die Wenigsten.
Die verlockenden Werbebotschaften treffen genau den Nerv der Verbraucher. Wer träumt nicht vom eigenen Häuschen im Grünen, wer zahlt schon gern Miete? Die Bausparkassen werben massiv mit einem günstigen Bauspardarlehenszins und staatlicher Förderung (Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie).

Doch ist das Bausparen wirklich lukrativ? Sind die Angebote wirklich so günstig?
Lohnt sich für mich die staatliche Förderung? Gibt es eigentlich zusätzliche Kosten?
Haben Sie sich schon einmal diese Fragen gestellt und Antworten gefunden?
Nur wer das Bausparen mit Alternativen vergleicht, wird feststellen, dass es längst nicht so gut und günstig ist, wie es in der Werbung erscheint.

3 Reaktionen zu “Sinn und Zweck des Bausparens”

  1. Daniel

    Dieses kollektive Sparen gibt es doch schon in Form so genannter Genossenschaften, bei der jeder Sparer nur exakt die Anteile an einer Immobilie erwirbt, die er sich leisten kann. Der “Freie Berater” hat als unabhängige Fachzeitschrift bereits mehrfach über dieses Modell berichtet. Auf der anderen Seite lässt sich ja bereits mit einem einfachen Bausparrechner, etwa auf http://www.online-kredite.com/finanzrechner/bausparrechner.html eine erste Renditeberechnung unter Berücksichtigung der staatlichen Zuschüsse und vermögenswirksamen Leistungen durchführen. Zugegeben, die Renditen eines Bausparers werden nie an die wirklich guter Investments heranreichen können, doch ist das ja auch nicht der eigentliche Sinn des Bausparvertrages. Dieser besteht doch vielmehr darin, dem Sparer bei Zuteilung ein zinsgünstiges Darlehen an die Hand zu geben, mit welchem er einen Teil des Finanzierungsbedarfs für die eigene Immobilie abdecken kann.

  2. Matthias

    Auf http://www.finanzxl.de kann man sich mal so ein Bausparrechner anschaun und mal etwas rumprobieren, muss aber sagen das diese Bausparverträge oft richtige knebelverträge sind mit einer unmenge an gebühren, sodass es sich erst nach 2-3 jahren lohnt da gibts es bedeutend interessantere Modelle wo man sein geld anlegen kann, ein beispiel dafür wären zum beispiel offene fonds.

  3. promosyon

    Dank Ihrer Ihr Blog. Dies war nützlich für mich

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